Weihrauch Pflege: Der komplette Guide für Plectranthus
Botanisch: Plectranthus · Familie: Lamiaceae
Lesezeit: 8 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 10.05.2026
Der Weihrauch (Plectranthus), oft auch als Mottenkönig bekannt, ist ein absoluter Klassiker unter den pflegeleichten Strukturpflanzen. Mit seinen elegant überhängenden, oft weiß gerandeten Blättern und dem unverwechselbaren Duft bereichert er nicht nur den Balkon, sondern macht auch als Zimmerpflanze eine hervorragende Figur. Wenn du ein paar einfache Grundregeln beachtest, wächst er in rasantem Tempo zu einer üppigen, dichten Ampelpflanze heran, die dir über viele Jahre hinweg Freude bereiten wird.
Weihrauch Pflege auf einen Blick
Steckbrief & Herkunft
Der Weihrauch, botanisch als Plectranthus bekannt und der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) zugehörig, ist eine faszinierende Pflanze, die durch ihr schnelles Wachstum und ihr dekoratives Laub besticht. Ursprünglich stammen die meisten Arten dieser vielfältigen Gattung aus den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens und Australiens. Dort wachsen sie oft als Bodendecker oder klettern an Felsen und Bäumen empor. In unseren Breitengraden kennen wir vor allem den panaschierten Weihrauch (Plectranthus forsteri oder Plectranthus coleoides ‘Marginatus’), der mit seinen frischgrünen, weiß umrandeten Blättern ein beliebter Begleiter für Geranien und Petunien im Balkonkasten ist. Doch auch als Zimmerpflanze, insbesondere in einer Blumenampel, entfaltet er seine volle Pracht und bildet meterlange, kaskadenartige Triebe.
Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften des Plectranthus ist sein intensiver, würziger Duft, der freigesetzt wird, sobald man die Blätter leicht berührt oder an ihnen reibt. Dieser Duft erinnert stark an echten Weihrauch (Boswellia), obwohl die beiden Pflanzen botanisch überhaupt nicht miteinander verwandt sind. Die in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle sind nicht nur ein olfaktorisches Erlebnis, sondern erfüllen auch einen praktischen Zweck: Sie wirken als natürliches Repellent gegen Mücken, Motten und andere unerwünschte Insekten. Dies hat der Pflanze auch den treffenden Beinamen ‘Mottenkönig’ eingebracht. Darüber hinaus ist der Weihrauch äußerst robust, verzeiht so manchen Pflegefehler und ist somit die ideale Wahl für alle, die sich eine wuchsfreudige, dynamische Pflanze mit Charakter wünschen.
- Botanisch nicht mit echtem Weihrauch (Boswellia) verwandt.
- Ätherische Öle vertreiben Mücken und Motten auf natürliche Weise.
- Wächst extrem schnell und bildet bis zu 1,5 Meter lange, hängende Triebe.
- Ideal als Strukturpflanze im Balkonkasten oder als Zimmerpflanze in der Ampel.
Der perfekte Standort
Die Wahl des richtigen Standorts ist entscheidend für ein kompaktes Wachstum und eine intensive Blattfärbung des Weihrauchs. Plectranthus liebt helle, lichtdurchflutete Plätze, an denen er viel indirektes Sonnenlicht erhält. Ein Standort am Ost- oder Westfenster ist ideal, da die Pflanze hier die sanfte Morgen- oder Abendsonne genießen kann, ohne der aggressiven Mittagshitze ausgesetzt zu sein. Steht der Weihrauch zu dunkel, neigt er zum sogenannten Vergeilen: Die Abstände zwischen den Blattknoten werden unnatürlich lang, die Triebe wirken sparrig und die charakteristische weiße Blattzeichnung verblasst zunehmend. Obwohl er als Zimmerpflanze ganzjährig im Haus gehalten werden kann, profitiert er enorm von einem Sommeraufenthalt im Freien. Sobald die Eisheiligen Mitte Mai vorüber sind und keine Nachtfröste mehr drohen, kann er auf den Balkon oder die Terrasse umziehen. Hier bevorzugt er einen halbschattigen bis absonnigen Platz, der vor starkem Wind geschützt ist. Im Herbst, bevor die Temperaturen dauerhaft unter 10°C fallen, muss er zwingend wieder ins Haus geholt werden. Für die Überwinterung eignet sich ein kühlerer, heller Raum mit Temperaturen zwischen 10 und 15°C am besten, da dies der Pflanze eine natürliche Ruhephase gönnt und sie im Frühjahr umso kräftiger wieder austreibt.
| Standort | Geeignet? | Hinweis |
|---|---|---|
| Ostfenster | Ideal | Perfektes Maß an Licht durch sanfte Morgensonne. |
| Westfenster | Ideal | Bietet warme Abendsonne, fördert die Blattfärbung. |
| Südfenster | Bedingt geeignet | Nur mit Schattierung, da direkte Mittagssonne die Blätter verbrennt. |
| Nordfenster | Ungeeignet | Zu dunkel, führt zu sparrigem Wuchs und Verlust der Panaschierung. |
| Balkon (Halbschatten) | Ideal (Mai-Okt) | Fördert kompakten Wuchs und kräftigt die gesamte Pflanze. |
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Finde Pflanzen, die bei dir zuhause gedeihen werden →Gießen & Luftfeuchtigkeit
Das Gießen des Weihrauchs erfordert etwas Fingerspitzengefühl, ist aber schnell erlernt, wenn man den Rhythmus der Pflanze versteht. Da der Plectranthus sehr schnell wächst und viel Blattmasse produziert, hat er in den aktiven Frühlings- und Sommermonaten einen relativ hohen Wasserbedarf. Die Erde sollte in dieser Zeit stets leicht feucht, aber niemals tropfnass gehalten werden. Ein verlässlicher Indikator ist die Fingerprobe: Fühlen sich die oberen zwei bis drei Zentimeter des Substrats trocken an, ist es Zeit für die nächste Wassergabe. Besonders an heißen Sommertagen auf dem Balkon kann es notwendig sein, die Pflanze sogar täglich zu gießen. Staunässe ist jedoch der größte Feind des Weihrauchs. Bleibt überschüssiges Wasser im Übertopf oder Untersetzer stehen, beginnen die feinen Wurzeln innerhalb kürzester Zeit zu faulen, was unweigerlich zum Absterben der Pflanze führt. Achte daher unbedingt auf eine gute Drainage. Gieße am besten mit zimmerwarmem, weichem Wasser, um einen Kälteschock an den Wurzeln zu vermeiden. Im Winter, wenn die Pflanze ihr Wachstum verlangsamt und an einem kühleren Ort steht, muss die Gießmenge drastisch reduziert werden. In dieser Ruhephase reicht es oft aus, nur alle ein bis zwei Wochen einen kleinen Schluck Wasser zu geben, gerade genug, damit der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet.
Richtig gießen
- Vor jedem Gießen die Fingerprobe machen (obere Erdschicht prüfen).
- Zimmerwarmes, idealerweise abgestandenes Wasser verwenden.
- Überschüssiges Wasser nach 15 Minuten aus dem Untersetzer abgießen.
- Im Sommer bei Freilandhaltung an heißen Tagen täglich kontrollieren.
Vermeiden
- Die Pflanze im Wasser stehen lassen (akute Gefahr von Wurzelfäule).
- Eiskaltes Leitungswasser direkt aus dem Hahn verwenden.
- Die Blätter in der prallen Sonne übergießen (Verbrennungsgefahr).
- Im kühlen Winterquartier die gleiche Wassermenge wie im Sommer geben.
- Frühjahr/Sommer: Erde konstant leicht feucht halten.
- Herbst/Winter: Gießmenge an die kühleren Temperaturen anpassen.
- Staunässe durch gute Drainage zwingend vermeiden.
- Wasserbedarf steigt mit zunehmender Blattmasse und Temperatur.
Erde und Dünger
Ein gesundes Wurzelwerk ist das Fundament für die üppige Blattpracht des Weihrauchs, und dieses entwickelt sich am besten in einem gut strukturierten, nährstoffreichen Substrat. Eine hochwertige, torffreie Blumenerde für Grün- oder Balkonpflanzen bildet die ideale Basis. Da der Plectranthus empfindlich auf Staunässe reagiert, empfiehlt es sich, das Substrat mit etwa 20 bis 30 Prozent strukturgebenden Materialien wie Perlit, Bims oder grobem Sand aufzulockern. Diese Zusätze sorgen für eine hervorragende Durchlüftung der Wurzeln und gewährleisten, dass überschüssiges Gießwasser schnell abfließen kann. Was die Nährstoffversorgung betrifft, so gehört der Weihrauch aufgrund seines rasanten Wachstums zu den stark zehrenden Pflanzen. In der Hauptwachstumsphase von April bis September benötigt er regelmäßige Düngergaben, um die enorme Menge an Blattmasse aufbauen zu können. Ein flüssiger Grünpflanzendünger, der alle zwei Wochen dem Gießwasser beigemischt wird, liefert alle essenziellen Makro- und Mikronährstoffe. Stickstoff ist dabei besonders wichtig für die Bildung kräftiger, grüner Blätter. Alternativ können im Frühjahr Langzeitdünger in Form von Stäbchen oder Granulat in die Erde eingearbeitet werden. Im Winter wird die Düngung komplett eingestellt, da die Pflanze ruht und überschüssige Nährstoffe die Wurzeln verbrennen könnten.
Düngerplan nach Jahreszeit
| Monat | Häufigkeit | Hinweis |
|---|---|---|
| März – Mai | Alle 2 Wochen | Flüssigdünger für Grünpflanzen verwenden, um den Neuaustrieb zu stärken. |
| Juni – August | Alle 1-2 Wochen | Bei starkem Wachstum und Freilandhaltung Nährstoffgabe leicht erhöhen. |
| September – Oktober | Alle 4 Wochen | Düngung langsam reduzieren, um die Pflanze auf den Winter vorzubereiten. |
| November – Februar | Keine Düngung | Die Pflanze befindet sich in der Ruhephase, Nährstoffe würden schaden. |
| Beim Umtopfen | Pause für 6 Wochen | Frische Erde enthält bereits ausreichend vorgedüngte Nährstoffe. |
Umtopfen Schritt für Schritt
Topfe deine Pflanze alle 2 – 3 Jahre im Frühjahr um, wenn Wurzeln aus dem Topfloch wachsen oder die Erde schnell austrocknet.
Den richtigen Zeitpunkt wählen: Topfe deinen Weihrauch idealerweise im zeitigen Frühjahr (März/April) um, bevor die neue Wachstumsphase beginnt.
Das passende Gefäß vorbereiten: Wähle einen Topf, der etwa 2 bis 3 Zentimeter größer ist als der alte, und achte auf ausreichend Abflusslöcher am Boden.
Drainageschicht anlegen: Fülle als unterste Schicht etwas Blähton oder Tonscherben in den Topf, um Staunässe effektiv vorzubeugen.
Die Pflanze einsetzen: Löse den alten Wurzelballen vorsichtig auf, entferne abgestorbene Wurzeln und setze die Pflanze mittig in das neue Substrat.
Angießen und pflegen: Drücke die Erde leicht an, gieße die Pflanze durchdringend und stelle sie für einige Tage an einen hellen, aber nicht sonnigen Ort.
Weihrauch vermehren
Stecklinge schneiden: Schneide im Frühjahr oder Sommer etwa 10 bis 15 Zentimeter lange, gesunde Triebspitzen knapp unterhalb eines Blattknotens ab.
Untere Blätter entfernen: Streife die Blätter im unteren Drittel des Stecklings vorsichtig ab, da diese in der Erde faulen würden.
In Wasser oder Erde bewurzeln: Stelle die Stecklinge entweder in ein Glas mit Wasser oder stecke sie direkt in feuchte Anzuchterde.
Hohe Luftfeuchtigkeit sichern: Stülpe eine durchsichtige Plastiktüte über den Topf, um ein feuchtwarmes Mikroklima zu schaffen, das die Wurzelbildung beschleunigt.
Einpflanzen und stutzen: Sobald sich nach etwa zwei bis drei Wochen kräftige Wurzeln gebildet haben, kannst du die Jungpflanzen eintopfen und die Spitzen kappen, um einen buschigen Wuchs zu fördern.
Häufige Probleme & Lösungen
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Gelbe Blätter | Zu nass oder Nährstoffmangel | Gießverhalten anpassen, Fingerprobe machen und ggf. düngen. |
| Vergeilen (lange, kahle Triebe) | Lichtmangel | Die Pflanze an einen helleren Standort stellen und lange Triebe zurückschneiden. |
| Vertrocknete Blattspitzen | Zu geringe Luftfeuchtigkeit oder Wassermangel | Regelmäßiger gießen und die Pflanze an heißen Tagen gelegentlich besprühen. |
| Spinnmilben | Trockene Heizungsluft im Winter | Pflanze abduschen, Luftfeuchtigkeit erhöhen und bei starkem Befall Neemöl anwenden. |
| Wurzelfäule | Staunässe im Topf | Pflanze sofort umtopfen, verfaulte Wurzeln entfernen und zukünftig weniger gießen. |
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Finde Pflanzen, die bei dir zuhause gedeihen werden →Giftigkeit
⚠️ Achtung: Giftig
Das Thema Giftigkeit sorgt beim Weihrauch (Plectranthus) oft für Verwirrung, was nicht zuletzt an seinem Trivialnamen liegt. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Pflanze botanisch nichts mit dem echten Weihrauchbaum (Boswellia) zu tun hat, aus dessen Harz das bekannte Räucherwerk gewonnen wird. Plectranthus-Arten enthalten jedoch eine Vielzahl an starken ätherischen Ölen, die für den intensiven Geruch und die insektenabwehrende Wirkung verantwortlich sind. Für erwachsene Menschen ist der Kontakt mit der Pflanze völlig harmlos, und auch ein versehentlicher Verzehr kleiner Mengen führt höchstens zu leichten Magenverstimmungen. Anders verhält es sich jedoch bei unseren tierischen Mitbewohnern. Für Hunde, und insbesondere für Katzen, die empfindlicher auf bestimmte ätherische Öle reagieren, wird der Weihrauch als leicht giftig eingestuft. Das Knabbern an den Blättern kann bei Haustieren zu Reizungen der Schleimhäute, vermehrtem Speicheln, Erbrechen und Durchfall führen. Schwerwiegende Vergiftungen sind zwar äußerst selten, da der bittere Geschmack und der starke Geruch die Tiere meist ohnehin abschrecken, dennoch sollte die Pflanze vorsichtshalber außer Reichweite von neugierigen Katzen und Hunden platziert werden, beispielsweise in einer hoch hängenden Blumenampel.
Häufige Fragen
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