Wicke Pflege: Der komplette Guide
Botanisch: Vicia · Familie: Fabaceae
Lesezeit: 8 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 10.05.2026
Die Wicke (Vicia) ist eine vielseitige und pflegeleichte Pflanze, die nicht nur mit ihren zarten Blüten begeistert, sondern auch den Boden in deinem Garten auf natürliche Weise verbessert. Mit dem richtigen Standort an einer Rankhilfe und einer gleichmäßigen Wasserversorgung wächst diese charmante Kletterpflanze fast von ganz allein. In diesem Guide erfährst du, wie du das Beste aus deinen Wicken herausholst und worauf du bei der Pflege besonders achten solltest.
Wicke Pflege auf einen Blick
Steckbrief & Herkunft
Die Wicke, botanisch als Vicia bekannt, gehört zur großen und landwirtschaftlich sowie ökologisch enorm wichtigen Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Zu dieser Gattung zählen weltweit etwa 150 bis 200 verschiedene Arten, die vorwiegend in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel beheimatet sind. In unseren heimischen Gärten findet man sie häufig in Form der Futterwicke, der Zaunwicke oder auch als nahe Verwandte der bekannten Ackerbohne (Vicia faba). Wicken zeichnen sich durch ihr schnelles, rankendes Wachstum aus. Mit ihren feinen Ranken an den Blattenden klammern sie sich an Zäunen, Spalieren oder benachbarten Pflanzen fest und können so beachtliche Höhen erreichen. Die Blüten, die sich meist in traubigen Blütenständen anordnen, leuchten je nach Art in Violett, Blau, Rosa oder Weiß und sind ein wahrer Magnet für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.
Eine der bemerkenswertesten und für den Gärtner wertvollsten Eigenschaften der Wicke ist ihre Fähigkeit zur Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien (Rhizobien). Diese Bakterien siedeln sich an den Wurzeln der Pflanze an und binden den elementaren Stickstoff aus der Luft. Dieser wird der Wicke als Nährstoff zur Verfügung gestellt, während die Bakterien im Gegenzug Kohlenhydrate von der Pflanze erhalten. Stirbt die Pflanze ab oder wird sie als Gründüngung in den Boden eingearbeitet, verbleibt der wertvolle Stickstoff in der Erde und dient nachfolgenden Kulturen als natürlicher Dünger. Aus diesem Grund ist die Wicke nicht nur eine optische Bereicherung, sondern auch eine fundamentale Pflanze für die nachhaltige Bodenverbesserung und Fruchtfolge im naturnahen Garten.
- Gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).
- Bindet Stickstoff aus der Luft und verbessert so nachhaltig die Bodenqualität.
- Rankende Wuchsform, benötigt oft Kletterhilfen wie Spaliere oder Zäune.
- Zieht als wertvolle Bienenweide zahlreiche nützliche Insekten an.
Der perfekte Standort
Damit die Wicke ihre volle Pracht entfalten kann und gesund wächst, ist die Wahl des richtigen Standorts von entscheidender Bedeutung. Wicken sind absolute Sonnenanbeter, kommen aber auch mit lichten Halbschattenplätzen gut zurecht. An einem vollsonnigen Platz entwickeln sie jedoch die meisten Blüten und wachsen deutlich kompakter. Wichtig ist, dass der Standort gut belüftet ist, damit das Laub nach einem Regenschauer schnell abtrocknen kann; dies beugt Pilzkrankheiten wie Mehltau effektiv vor. Der Boden sollte tiefgründig, locker und humos sein. Da Wicken tiefe Pfahlwurzeln ausbilden, reagieren sie empfindlich auf verdichtete Böden. Staunässe muss zwingend vermieden werden, da die Wurzeln sonst schnell faulen. Wenn du Wicken auf dem Balkon in Kübeln kultivierst, achte auf ausreichend tiefe Gefäße und eine großzügige Drainageschicht am Boden. Zudem solltest du von Anfang an eine geeignete Rankhilfe anbieten, da die zarten Triebe ansonsten auf dem Boden kriechen und anfälliger für Schädlinge werden.
| Standort | Geeignet? | Hinweis |
|---|---|---|
| Vollsonniges Freiland | Ideal | Fördert eine reiche Blüte und kräftiges Wachstum. Boden feucht halten. |
| Lichter Halbschatten | Sehr gut | Pflanze wächst etwas lockerer, Blütenbildung ist leicht reduziert, aber gesund. |
| Schattiger Bereich | Mäßig | Führt zu starkem Längenwachstum (Vergeilen) und kaum Blütenbildung. |
| Balkonkasten (Südseite) | Gut | Erfordert tiefere Kästen und sehr regelmäßiges Gießen an heißen Tagen. |
| Windgeschützte Ecke | Ideal | Schützt die feinen Ranken vor dem Abknicken durch starke Windböen. |
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Die Wasserversorgung spielt bei der Wicke eine zentrale Rolle, insbesondere während der Keimphase und in der Hauptwachstumszeit. Da Wicken eine beachtliche Blattmasse ausbilden, verdunsten sie an warmen und sonnigen Tagen sehr viel Wasser. Der Boden sollte daher stets leicht feucht, aber niemals nass sein. Eine dicke Schicht Mulch (zum Beispiel aus Rasenschnitt oder Rindenkompost) rund um den Wurzelbereich hilft hervorragend, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und schützt die Wurzeln gleichzeitig vor starker Erwärmung durch die Sommersonne. Gieße am besten in den frühen Morgenstunden direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter trocken bleiben. Feuchtes Laub über Nacht fördert massiv die Entstehung von Pilzkrankheiten. In längeren Trockenperioden im Hochsommer kann es notwendig sein, täglich durchdringend zu wässern. Wenn die Wicke in Kübeln wächst, ist die Gefahr des Austrocknens besonders hoch; hier ist der Finger-Test vor jedem Gießen unerlässlich.
Richtig gießen
- In den frühen Morgenstunden gießen, damit die Pflanze tagsüber abtrocknen kann.
- Direkt an der Basis gießen, um das Laub trocken zu halten.
- Den Boden rund um die Pflanze mulchen, um Feuchtigkeit zu speichern.
- Bei Kübelpflanzen überschüssigkeit regelmäßig überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer entfernen.
Vermeiden
- Über die Blätter gießen, da dies Pilzinfektionen wie Mehltau begünstigt.
- Die Erde komplett austrocknen lassen, besonders während der Blütezeit.
- Staunässe verursachen, was unweigerlich zu Wurzelfäule führt.
- In der prallen Mittagssonne gießen, da Wassertropfen wie Brenngläser wirken können.
- Gleichmäßige Feuchtigkeit ist der Schlüssel zu gesundem Wachstum.
- Laub stets trocken halten, um Pilzkrankheiten zu vermeiden.
- Mulchen reduziert den Gießaufwand erheblich.
- Staunässe durch gute Drainage und lockeren Boden verhindern.
Erde und Dünger
Als Leguminose stellt die Wicke ganz besondere, aber erfreulich geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung. Der Boden sollte tiefgründig gelockert, durchlässig und mäßig nährstoffreich sein. Eine herkömmliche, hochwertige Pflanz- oder Gartenerde, die mit etwas Kompost angereichert wird, ist vollkommen ausreichend. Der entscheidende Punkt bei der Düngung von Wicken ist der Stickstoff: Da die Pflanze mithilfe der Knöllchenbakterien ihren eigenen Stickstoff aus der Luft fixiert, darfst du auf gar keinen Fall stickstoffbetonte Dünger (wie Hornspäne oder herkömmliche Rasendünger) verwenden. Ein Übermaß an Stickstoff führt dazu, dass die Wicke extrem viel Blattwerk, aber kaum Blüten ausbildet, und macht das weiche Gewebe extrem anfällig für Blattläuse. Wenn überhaupt gedüngt wird, dann mit einem kalium- und phosphorbetonten Dünger, um die Blütenbildung und die Standfestigkeit der Zellwände zu unterstützen. Meist reicht jedoch eine einmalige Kompostgabe im Frühjahr völlig aus.
Düngerplan nach Jahreszeit
| Monat | Häufigkeit | Hinweis |
|---|---|---|
| März – April | Einmalig | Vor der Aussaat oder Pflanzung etwas reifen Kompost in den Boden einarbeiten. |
| Mai – Juni | Nach Bedarf | Bei Kübelpflanzen alle 4 Wochen etwas kaliumbetonten Flüssigdünger geben. |
| Juli – August | Selten | Düngung im Freiland komplett einstellen, Pflanze versorgt sich selbst. |
| September – Oktober | Keine Düngung | Wachstumsphase endet, keine Nährstoffe mehr zuführen. |
| November – Februar | Keine Düngung | Winterruhe bzw. Pflanze stirbt als einjährige Kultur ohnehin ab. |
Umtopfen Schritt für Schritt
Topfe deine Pflanze alle 2 – 3 Jahre im Frühjahr um, wenn Wurzeln aus dem Topfloch wachsen oder die Erde schnell austrocknet.
Zeitpunkt wählen: Pflanze vorgezogene Wicken erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland, wenn keine Fröste mehr drohen.
Boden vorbereiten: Lockere die Erde tiefgründig auf und arbeite bei Bedarf etwas reifen Kompost ein, um die Bodenstruktur zu verbessern.
Rankhilfe installieren: Setze das Spalier oder die Kletterhilfe vor dem Einpflanzen in den Boden, um später die empfindlichen Wurzeln nicht zu verletzen.
Pflanzloch ausheben: Grabe ein Loch, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen der Jungpflanze.
Wicke einsetzen: Setze die Pflanze vorsichtig ein, ohne die Pfahlwurzel zu beschädigen, und fülle das Loch mit Erde auf.
Angießen und Mulchen: Gieße die Wicke durchdringend an und verteile eine Schicht Mulch um den Wurzelhals, um Feuchtigkeit zu speichern.
Wicke vermehren
Samen vorbereiten: Weiche die harten Wickensamen über Nacht in zimmerwarmem Wasser oder Kamillentee ein, um die Keimung zu beschleunigen.
Aussaatgefäße füllen: Fülle tiefe Anzuchttöpfe (sogenannte Root-Trainer) mit nährstoffarmer Anzuchterde, da Wicken tiefe Wurzeln bilden.
Samen ablegen: Lege pro Topf ein bis zwei Samen etwa 2 bis 3 Zentimeter tief in die Erde und bedecke sie gut.
Feucht halten: Stelle die Töpfe an einen hellen Ort bei etwa 15°C und halte die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass.
Pinzieren: Kneife die Triebspitzen ab, sobald die Jungpflanzen etwa 10 cm hoch sind und 2-3 Blattpaare haben, um einen buschigen Wuchs zu fördern.
Häufige Probleme & Lösungen
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Echter Mehltau | Zu trockener Wurzelbereich oder schlechte Luftzirkulation. | Befallene Blätter entfernen, Pflanze gut wässern und ggf. mit Milch-Wasser-Gemisch besprühen. |
| Blattläuse | Zu viel Stickstoff im Boden macht das Gewebe weich und attraktiv für Schädlinge. | Mit einem harten Wasserstrahl abspülen oder Schmierseifenlösung anwenden. |
| Gelbe Blätter | Oft ein Zeichen für Staunässe und beginnende Wurzelfäule. | Gießverhalten sofort anpassen, Boden auflockern und für besseren Wasserabfluss sorgen. |
| Keine Blüten | Zu schattiger Standort oder Überdüngung mit Stickstoff. | Pflanze sonniger stellen und stickstoffhaltige Dünger strikt vermeiden. |
| Pflanze welkt plötzlich | Welkekrankheit (Fusarium), ein bodenbürtiger Pilz. | Befallene Pflanze sofort im Hausmüll entsorgen; Standortwechsel im nächsten Jahr zwingend erforderlich. |
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⚠️ Achtung: Giftig
Die Wicke (Vicia) enthält, wie viele andere Vertreter der Schmetterlingsblütler, in ihren Pflanzenteilen – und hier insbesondere in den reifen Samen – giftige Alkaloide und Aminosäuren wie Vicin und Convicin. Beim Menschen kann der Verzehr großer Mengen roher Samen zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Bei Personen mit einem genetischen G6PD-Mangel kann der Verzehr bestimmter Vicia-Arten (wie der Ackerbohne) sogar den sogenannten Favismus auslösen, eine schwere Reaktion der roten Blutkörperchen. Auch für Haustiere sind die Pflanzen nicht unbedenklich. Hunde, Katzen und Nager sollten ferngehalten werden, da das Knabbern an Blättern und vor allem das Fressen der Schoten zu Erbrechen, Durchfall und neurologischen Ausfallerscheinungen führen kann. Wer kleine Kinder oder neugierige Haustiere hat, sollte verblühte Blütenstände rechtzeitig abschneiden, bevor sich die verlockend aussehenden Samenschoten bilden.
Häufige Fragen
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