Epipremnum Pflege: Der komplette Guide – Vegan Biss

Epipremnum Pflege: Der komplette Guide

Epipremnum Pflege: Der komplette Guide

Botanisch: Epipremnum pinnatum · Familie: Araceae

Lesezeit: 8 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 24.04.2026

Epipremnum – Hauptbild

Die Epipremnum, im deutschsprachigen Raum oft als Efeutute bezeichnet, ist der absolute Klassiker unter den pflegeleichten Zimmerpflanzen. Mit ihren dekorativen, herzförmigen bis geschlitzten Blättern verzeiht sie fast jeden Pflegefehler und wächst unermüdlich. In diesem Guide erfährst du, wie du das volle Potenzial dieser wuchsfreudigen Kletterpflanze entfaltest und sie gesund hältst.

Epipremnum Pflege auf einen Blick

Licht:Hell bis halbschattig
💦Gießen:Mäßig, Erde antrocknen lassen
🌡Temperatur:18-25°C
💧Luftfeuchte:40-60%
🌍Herkunft:Südostasien, Pazifikinseln
🏾Wuchshöhe:Bis zu 3 m (Indoor)
🐶Haustiere:Giftig
🎯Schwierigkeit:Anfänger

Steckbrief & Herkunft

Das Epipremnum pinnatum gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und stammt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Südostasiens sowie von verschiedenen Pazifikinseln. In ihrer natürlichen Umgebung wächst sie als imposante Kletterpflanze an Baumstämmen empor und entwickelt dabei riesige, tief geschlitzte Blätter, die optisch stark an eine Monstera erinnern. Als Zimmerpflanze bleibt sie ohne Rankhilfe meist in ihrer Jugendform mit geschlossenen, pfeil- bis herzförmigen Blättern. Darf sie jedoch an einem Moosstab emporwachsen, kann sie bei optimalen Licht- und Feuchtigkeitsbedingungen ebenfalls beeindruckende Blattgrößen und die charakteristischen Schlitze (Fenestrationen) ausbilden.

Was diese Pflanze besonders auszeichnet, ist ihre enorme Anpassungsfähigkeit und Wuchsfreude. Sie kann sowohl als Hängepflanze in einer Blumenampel als auch kletternd kultiviert werden. Zudem ist die Epipremnum für ihre exzellenten luftreinigenden Eigenschaften bekannt. Sie filtert Schadstoffe wie Formaldehyd, Xylol und Benzol aus der Raumluft und trägt so aktiv zu einem gesünderen Raumklima bei. Ihre Robustheit macht sie zur perfekten Einsteigerpflanze, die auch bei gelegentlicher Vernachlässigung nicht sofort aufgibt und sich schnell wieder erholt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae)
  • Klettert in der Natur an Bäumen empor und bildet geschlitzte Blätter
  • Sehr anpassungsfähig und extrem pflegeleicht
  • Verbessert das Raumklima durch starke luftreinigende Wirkung

Der perfekte Standort

Die Wahl des richtigen Standorts ist für das Epipremnum denkbar einfach, da die Pflanze äußerst tolerant gegenüber unterschiedlichen Lichtverhältnissen ist. Am besten gedeiht sie an einem hellen bis halbschattigen Platz ohne direkte, pralle Mittagssonne. Sanfte Morgen- oder Abendsonne wird hingegen sehr gut vertragen und fördert ein kompaktes Wachstum. Zwar überlebt die Pflanze auch an schattigeren Orten im Raum, jedoch verlangsamt sich dort ihr Wachstum deutlich. Bei panaschierten (mehrfarbigen) Sorten vergrünen die Blätter bei Lichtmangel oft vollständig, da die Pflanze mehr Chlorophyll produzieren muss, um bei wenig Licht zu überleben. Extreme Zugluft und direkte, heiße Heizungsluft sollten vermieden werden, um ein Austrocknen der Blattspitzen zu verhindern.

StandortGeeignet?Hinweis
OstfensterIdealPerfekte Morgenlicht-Dosis, keine Verbrennungsgefahr für die Blätter.
WestfensterSehr gutMildes Abendlicht fördert das Wachstum und erhält eventuelle Blattfärbungen.
SüdfensterBedingt geeignetNur mit Schattierung (Vorhang) oder 1-2 Meter Abstand, sonst droht Sonnenbrand.
NordfensterGutGeeignet für rein grüne Sorten, Panaschierungen können hier jedoch verblassen.
Dunkles BadezimmerEher ungeeignetÜberlebt zwar lange, wächst aber kaum und wird anfällig für Wurzelfäulnis.
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Gießen & Luftfeuchtigkeit

Beim Gießen der Epipremnum gilt der absolute Grundsatz: Weniger ist mehr. Die fleischigen Wurzeln und kräftigen Triebe speichern Wasser recht gut, weshalb die Pflanze kurze Trockenperioden problemlos übersteht. Staunässe ist hingegen ihr größter Feind und führt schnell zu tödlicher Wurzelfäule. Gieße erst, wenn die oberen zwei bis drei Zentimeter der Erde spürbar abgetrocknet sind. Am besten prüfst du dies vor jedem Wässern mit dem Finger. Ein durchdringendes Gießen, bei dem der gesamte Wurzelballen gleichmäßig befeuchtet wird, ist ideal. Wichtig ist jedoch, dass überschüssiges Wasser im Übertopf oder Untersetzer nach spätestens 15 Minuten abgegossen wird. Im Winter, wenn die Pflanze aufgrund des geringeren Lichts weniger wächst und die Raumtemperaturen oft etwas kühler sind, muss der Gießrhythmus entsprechend verlängert werden.

Richtig gießen

  • Fingerprobe vor jedem Gießen durchführen
  • Durchdringend wässern, bis Wasser unten aus dem Topf austritt
  • Zimmerwarmes, weiches Wasser verwenden
  • Blätter gelegentlich abstauben oder sanft abduschen

Vermeiden

  • Wasser im Übertopf stehen lassen (verursacht Staunässe)
  • Nach einem festen Zeitplan gießen statt nach Bedarf
  • Eiskaltes Leitungswasser direkt aus dem Hahn verwenden
  • Die Pflanze dauerhaft und komplett austrocknen lassen
Faustregel zum Gießen
  • Erde vor dem Gießen immer oberflächlich antrocknen lassen
  • Staunässe unbedingt und konsequent vermeiden
  • Im Winter die Wassergaben deutlich reduzieren
  • Zimmerwarmes Wasser ist für die Wurzeln optimal

Erde und Dünger

Für ein gesundes und kräftiges Wachstum benötigt das Epipremnum ein lockeres, gut durchlässiges Substrat, das nicht zu stark verdichtet. Eine hochwertige Zimmerpflanzenerde, angereichert mit etwa 30 Prozent Perlit, Bims oder feiner Pinienrinde, bietet die perfekte Mischung aus Nährstoffspeicherung und Drainage. Diese sogenannte Aroid-Erde schützt die Wurzeln vor Fäulnis und sorgt für ausreichend Sauerstoff im Wurzelbereich. Da die Pflanze sehr wuchsfreudig ist, verbraucht sie in der Vegetationsperiode ordentlich Nährstoffe. Ein flüssiger Grünpflanzendünger, der dem Gießwasser beigemischt wird, versorgt sie mit wichtigem Stickstoff für die Blattbildung. Im ersten Jahr nach dem Umtopfen ist meist keine zusätzliche Düngung nötig, da frische Erde bereits vom Hersteller vorgedüngt ist.

Düngerplan nach Jahreszeit

MonatHäufigkeitHinweis
März – MaiAlle 2 WochenHalbe Dosierung des Flüssigdüngers reicht für den Wachstumsstart oft aus.
Juni – AugustAlle 1-2 WochenHauptwachstumsphase, regelmäßige Nährstoffgabe unterstützt die Triebbildung.
September – OktoberAlle 4 WochenDas Wachstum verlangsamt sich merklich, Düngergaben langsam reduzieren.
November – FebruarGar nichtWinterruhe, die Pflanze verbraucht aufgrund des Lichtmangels kaum Nährstoffe.
Nach dem Umtopfen8 Wochen pausierenFrische Blumenerde enthält bereits ausreichend Nährstoffe für die erste Zeit.
Epipremnum styliert im Wohnraum

Umtopfen Schritt für Schritt

Topfe deine Pflanze alle 2 – 3 Jahre im Frühjahr um, wenn Wurzeln aus dem Topfloch wachsen oder die Erde schnell austrocknet.

1

Richtigen Zeitpunkt wählen: Topfe deine Epipremnum am besten im zeitigen Frühjahr um, wenn die Wurzeln aus den Drainagelöchern wachsen oder der Topf vollständig durchwurzelt ist.

2

Neuen Topf vorbereiten: Wähle einen Topf mit Abflusslöchern, der maximal 3 bis 5 Zentimeter größer ist als der alte, und lege eine dünne Drainageschicht aus Blähton an.

3

Pflanze vorsichtig lösen: Nimm die Pflanze behutsam aus dem alten Topf und lockere den Wurzelballen leicht mit den Fingern auf, um verbrauchtes Substrat zu entfernen.

4

Wurzeln kontrollieren: Schneide matschige, schwarze oder vertrocknete Wurzelteile mit einer sauberen, desinfizierten Schere ab, um Krankheiten vorzubeugen.

5

Einsetzen und angießen: Setze die Pflanze mittig ein, fülle den Rand mit lockerer Aroid-Erde auf, drücke sie leicht an und gieße das Substrat einmal durchdringend.

Epipremnum vermehren

1

Steckling schneiden: Trenne einen gesunden, kräftigen Trieb mit mindestens zwei Blättern und einer sichtbaren Luftwurzel (Knoten) mit einer sauberen Schere ab.

2

Unteres Blatt entfernen: Entferne das unterste Blatt nah am Stiel, damit der Knoten frei liegt und später im Wasserglas nicht fault.

3

Im Wasserglas bewurzeln: Stelle den vorbereiteten Steckling in ein Glas mit zimmerwarmem Wasser an einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

4

Wasser regelmäßig wechseln: Tausche das Wasser alle drei bis vier Tage aus, um Fäulnis und Algenbildung am Stiel zu vermeiden und Sauerstoff zuzuführen.

5

In Erde pflanzen: Sobald sich ein dichtes Wurzelgeflecht gebildet hat und die neuen Wurzeln etwa 3 bis 5 Zentimeter lang sind, kannst du den Steckling in durchlässige Erde setzen.

Epipremnum Detail

Häufige Probleme & Lösungen

ProblemUrsacheLösung
Gelbe BlätterZu viel Wasser (Staunässe) oder akuter NährstoffmangelGießverhalten anpassen, Wurzeln auf Fäulnis prüfen, im Sommer regelmäßig düngen.
Braune BlattspitzenZu geringe Luftfeuchtigkeit oder direkte, heiße HeizungsluftPflanze gelegentlich besprühen und von aktiven Heizkörpern fernhalten.
Schlaffe, hängende BlätterWassermangel oder abgefaultes Wurzelsystem durch NässeFingerprobe machen: Bei trockener Erde gießen, bei nasser Erde sofort umtopfen.
Verblassen der MusterungZu dunkler Standort (Lichtmangel)Pflanze an einen helleren Ort stellen, um die Panaschierung zu fördern.
Kein neues WachstumTopf zu klein, Nährstoffmangel oder WinterruheIm Frühjahr in frische Erde umtopfen oder in der Wachstumsphase düngen.
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Giftigkeit

⚠️ Achtung: Giftig

Epipremnum pinnatum enthält, wie alle Aronstabgewächse, unlösliche Calciumoxalatkristalle in sämtlichen Pflanzenteilen. Beim Verzehr oder Kauen der Blätter werden diese mikroskopisch kleinen, nadelartigen Kristalle freigesetzt und reizen die Schleimhäute mechanisch stark. Dies kann zu Schwellungen im Mund- und Rachenraum, starkem Speichelfluss, Erbrechen und Schluckbeschwerden führen. Auch der austretende Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen leichte Hautreizungen auslösen. Trage daher beim Umtopfen oder Zurückschneiden der Pflanze am besten Handschuhe und wasche dir danach gründlich die Hände.

🐈 Katzen: Giftig
🐕 Hunde: Giftig
👶 Kinder: Giftig. Unbedingt außer Reichweite von Kleinkindern platzieren, da das Kauen schmerzhafte Schwellungen verursacht.

Häufige Fragen

Warum bekommt meine Epipremnum plötzlich gelbe Blätter?
Gelbe Blätter sind bei dieser Pflanze meist ein klassisches Zeichen für Übergießen und beginnende Staunässe. Lass die Erde vor dem nächsten Gießen gut abtrocknen und kontrolliere den Topf auf überschüssiges Wasser, das sich gestaut haben könnte.
Wie bringe ich meine Pflanze dazu, größere und geschlitzte Blätter zu bilden?
Damit die Blätter der Epipremnum größer werden und die typischen Schlitze bilden, muss die Pflanze nach oben klettern können. Biete ihr einen feuchten Moosstab oder eine Rankhilfe an und sorge für viel indirektes Licht.
Kann ich die Epipremnum zurückschneiden, wenn die Triebe zu lang werden?
Ja, du kannst zu lange Triebe jederzeit problemlos mit einer sauberen Schere einkürzen. Das regt die Verzweigung am Schnittpunkt an, die Pflanze wächst buschiger und die abgeschnittenen Triebe eignen sich perfekt als neue Stecklinge.
Wie oft muss ich meine Epipremnum umtopfen?
Junge, stark wachsende Pflanzen sollten etwa jährlich im Frühjahr umgetopft werden, ältere Exemplare nur noch alle zwei bis drei Jahre. Sobald die Wurzeln unten aus den Drainagelöchern des Topfes wachsen, ist es Zeit für ein größeres Gefäß.
Warum wächst meine Pflanze im Winter kaum noch?
In den lichtarmen, kühleren Wintermonaten legt die Epipremnum eine natürliche Ruhephase ein und stellt das Wachstum fast ein. Reduziere in dieser Zeit das Gießen entsprechend und stelle das Düngen komplett ein, bis das Wachstum im Frühjahr wieder beginnt.
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HT

Hannah Thomas

Pflanzen-Enthusiastin mit 10+ Jahren Erfahrung in der Zimmerpflanzenpflege. Mitbegründerin von Vegan Biss.

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