Reitgras Pflege: Der komplette Guide für den Garten – Vegan Biss

Reitgras Pflege: Der komplette Guide für den Garten

Reitgras Pflege: Der komplette Guide für den Garten

Botanisch: Calamagrostis · Familie: Poaceae

Lesezeit: 8 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 10.05.2026

Reitgras – Hauptbild

Reitgras (Calamagrostis) ist ein absolutes Highlight für jeden Garten und besticht durch seine elegante, aufrechte Wuchsform sowie die filigranen Blütenrispen. Die Reitgras Pflege gestaltet sich erfreulich unkompliziert, was dieses Ziergras zur perfekten Wahl für Anfänger und erfahrene Gartengestalter gleichermaßen macht. Mit dem richtigen Standort und einem jährlichen Rückschnitt hast du über viele Jahre hinweg Freude an dieser robusten Staude.

Reitgras Pflege auf einen Blick

Licht:Viel Sonne
💦Gießen:Mäßig, trockenheitstolerant
🌡Temperatur:-20 bis 35°C
💧Luftfeuchte:Anspruchslos
🌍Herkunft:Nordhalbkugel (gemäßigte Zonen)
🏾Wuchshöhe:100 – 180 cm
🐶Haustiere:Unbedenklich
🎯Schwierigkeit:Anfänger

Steckbrief & Herkunft

Das Reitgras, botanisch unter dem Namen Calamagrostis bekannt, gehört zur großen Familie der Süßgräser (Poaceae) und ist in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel heimisch. In der Natur findet man die verschiedenen Arten vorwiegend in lichten Wäldern, auf Feuchtwiesen oder in steppenartigen Landschaften. Besonders in der modernen Gartengestaltung hat sich das Reitgras zu einem absoluten Favoriten entwickelt. Es vereint eine architektonisch klare, straff aufrechte Wuchsform mit einer wunderbaren Leichtigkeit. Die eleganten, federartigen Blütenrispen erscheinen bereits im Frühsommer und verändern ihre Farbe im Laufe der Jahreszeiten von einem zarten Grün oder Violett hin zu einem warmen, leuchtenden Goldgelb im Herbst. Diese Struktur bleibt selbst im Winter erhalten, wenn Raureif oder leichter Schnee die Halme überziehen, was das Gras zu einem unverzichtbaren Aspekt der winterlichen Gartensilhouette macht.

Eine der herausragendsten Eigenschaften von Calamagrostis ist seine enorme Anpassungsfähigkeit und Robustheit. Vor allem die beliebte Hybride Calamagrostis x acutiflora, das Garten-Reitgras, zu der auch die weltbekannte Sorte ‘Karl Foerster’ gehört, zeichnet sich durch eine extreme Standfestigkeit aus. Selbst bei starkem Wind oder kräftigen Regengüssen fallen die Halme nicht auseinander, sondern kehren immer wieder in ihre aufrechte Position zurück. Das Gras bildet dichte Horste, wuchert jedoch nicht durch unterirdische Ausläufer (Rhizome), was es zu einem sehr pflegeleichten und kontrollierbaren Begleiter in Staudenbeeten macht. Ob als strukturgebender Solitär, in Gruppenpflanzungen als sanfter Sichtschutz oder in Kombination mit farbenprächtigen Herbstastern und Sonnenhüten – das Reitgras bringt Bewegung, Klang und eine natürliche Eleganz in jeden Außenbereich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae).
  • Wächst straff aufrecht und bildet dichte, nicht wuchernde Horste.
  • Blütenstände verfärben sich im Herbst leuchtend goldgelb.
  • Behält seine Struktur auch im Winter und bietet einen tollen Anblick bei Raureif.

Der perfekte Standort

Die Wahl des richtigen Standorts ist für eine erfolgreiche Reitgras Pflege von entscheidender Bedeutung, auch wenn die Pflanze insgesamt als sehr tolerant gilt. Um seine charakteristische, straff aufrechte Form und eine üppige Blüte zu entwickeln, benötigt Calamagrostis vor allem eines: viel Licht. Ein vollsonniger Platz im Garten ist ideal. Hier erhält das Gras die nötige Energie, um kräftige Halme auszubilden, die auch bei widrigen Wetterbedingungen nicht einknicken. Steht das Reitgras zu schattig, neigt es dazu, in Richtung des Lichts zu wachsen, was zu einem schiefen, lockeren Wuchs führt, und die Blütenbildung fällt deutlich spärlicher aus. Leichter Halbschatten wird von den meisten Sorten noch gut toleriert, insbesondere in Regionen mit sehr heißen Sommern, jedoch sollte die direkte Sonneneinstrahlung mindestens vier bis sechs Stunden am Tag betragen. Was den Boden betrifft, bevorzugt das Reitgras eine gut durchlässige, mäßig nährstoffreiche Erde. Es kommt sowohl mit sandigen als auch mit lehmigen Böden zurecht, solange keine dauerhafte Staunässe entsteht. Schwere, verdichtete Böden sollten vor der Pflanzung unbedingt mit Sand oder feinem Kies aufgelockert werden, um die Drainage zu verbessern. Auch eine Kultur im großen Pflanzkübel auf einem sonnigen Balkon oder einer Terrasse ist problemlos möglich, sofern das Gefäß über ausreichende Abzugslöcher verfügt und groß genug ist, um dem kräftigen Wurzelballen Platz zu bieten.

StandortGeeignet?Hinweis
Vollsonniges BeetIdealFördert einen straffen Wuchs und üppige Blütenbildung.
Halbschattiger BereichGutWird toleriert, die Blüte kann jedoch etwas spärlicher ausfallen.
VollschattenNicht empfehlenswertDie Halme fallen auseinander und die Pflanze blüht nicht.
Großer Kübel (Südbalkon)GutErfordert regelmäßigeres Gießen und gute Drainage im Topf.
Feuchter TeichrandMittelNur für bestimmte Sorten (z.B. Diamantgras) geeignet, Staunässe vermeiden.
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Gießen & Luftfeuchtigkeit

Das Gießverhalten bei der Reitgras Pflege hängt stark davon ab, ob die Pflanze frisch gesetzt wurde oder bereits gut im Gartenboden eingewachsen ist. In den ersten Wochen nach der Pflanzung ist eine regelmäßige Wasserversorgung unerlässlich. Der Wurzelballen darf in dieser kritischen Phase nicht vollständig austrocknen, damit die Pflanze tiefe Wurzeln bilden kann. Gieße daher bei trockenem Wetter ein- bis zweimal pro Woche durchdringend. Ist das Reitgras erst einmal etabliert, was meist nach der ersten vollen Wachstumssaison der Fall ist, erweist es sich als erstaunlich trockenheitstolerant. Seine tief reichenden Wurzeln können Feuchtigkeit aus tieferen Erdschichten ziehen, sodass zusätzliche Wassergaben im Freiland nur noch während extrem langer Hitze- und Dürreperioden im Hochsommer notwendig sind. Wenn du gießt, dann lieber seltener, aber dafür durchdringend. Das regt die Pflanze an, ihre Wurzeln weiter in die Tiefe zu strecken. Ein ständiges, oberflächliches Besprühen ist hingegen kontraproduktiv. Bei Reitgras im Kübel sieht die Situation jedoch anders aus: Hier ist das Erdvolumen begrenzt und die Verdunstung hoch. Kübelpflanzen müssen an heißen Sommertagen oft täglich kontrolliert und bei Bedarf gegossen werden. Achte dabei stets darauf, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann, denn Staunässe führt bei Calamagrostis unweigerlich zu Wurzelfäule und einem Absterben der Pflanze.

Richtig gießen

  • Frisch gepflanztes Gras in den ersten Wochen regelmäßig wässern.
  • Bei Trockenheit seltener, aber dafür tief und durchdringend gießen.
  • Kübelpflanzen an heißen Sommertagen täglich auf Feuchtigkeit prüfen.
  • Wasser direkt an den Wurzelbereich geben, nicht über die Blätter.

Vermeiden

  • Tägliches, oberflächliches Gießen im Beet vermeiden.
  • Staunässe im Wurzelbereich zulassen (führt zu Fäulnis).
  • In der Mittagssonne gießen, da das Wasser zu schnell verdunstet.
  • Den Untersetzer bei Kübelpflanzen dauerhaft mit Wasser gefüllt lassen.
Faustregel zum Gießen
  • Etablierte Pflanzen im Freiland sind extrem trockenheitsresistent.
  • Durchdringendes Gießen fördert ein tiefes Wurzelwachstum.
  • Kübelpflanzen benötigen deutlich mehr Aufmerksamkeit beim Gießen.
  • Gute Drainage ist der beste Schutz vor schädlicher Staunässe.

Erde und Dünger

Eine ausgewogene Nährstoffversorgung und die richtige Bodenbeschaffenheit sind die Grundpfeiler für ein gesundes, langlebiges Reitgras. In seiner natürlichen Umgebung wächst Calamagrostis oft auf Böden, die weder extrem karg noch übermäßig nährstoffreich sind. Im heimischen Garten bedeutet das: Weniger ist oft mehr. Ein normaler, gut durchlässiger Gartenboden reicht in der Regel völlig aus. Wenn du das Gras pflanzt, kannst du etwas reifen Kompost in das Pflanzloch einarbeiten, um den Start zu erleichtern. Bei sehr schweren, tonhaltigen Böden ist die Einarbeitung von grobem Sand oder feinem Kies zwingend erforderlich, um die Durchlässigkeit zu erhöhen und winterliche Staunässe zu verhindern, die das Gras nicht verträgt. Was die Düngung angeht, zeigt sich das Reitgras äußerst genügsam. Eine einzige, moderate Düngergabe im zeitigen Frühjahr (etwa im März oder April), kurz nach dem Rückschnitt und zu Beginn des neuen Austriebs, ist für Freilandpflanzen absolut ausreichend. Verwende hierfür am besten einen organischen Langzeitdünger, Hornspäne oder eine Schaufel reifen Kompost. Ein Zuviel an Stickstoff, wie er oft in stark konzentrierten Kunstdüngern vorkommt, ist unbedingt zu vermeiden. Überdüngung führt dazu, dass das Gras mastig wächst, seine Standfestigkeit verliert und die Halme unschön auseinanderfallen. Pflanzen im Kübel benötigen aufgrund des begrenzten Substrats etwas mehr Aufmerksamkeit; hier kann von Mai bis Juli alle vier Wochen ein flüssiger Staudendünger in schwacher Konzentration dem Gießwasser beigemischt werden.

Düngerplan nach Jahreszeit

MonatHäufigkeitHinweis
März – AprilEinmaligRückschnitt durchführen und organischen Langzeitdünger oder Kompost einarbeiten.
Mai – JuliNur bei KübelpflanzenKübelpflanzen alle 4 Wochen mit schwach dosiertem Flüssigdünger versorgen.
AugustKeine DüngungDie Pflanze bereitet sich langsam auf den Herbst vor, Dünger absetzen.
September – OktoberKeine DüngungNährstoffgaben würden weiche Triebe fördern, die im Winter erfrieren.
November – FebruarWinterruheAbsolut keine Düngung erforderlich.
Reitgras styliert im Wohnraum

Umtopfen Schritt für Schritt

Topfe deine Pflanze alle 2 – 3 Jahre im Frühjahr um, wenn Wurzeln aus dem Topfloch wachsen oder die Erde schnell austrocknet.

1

Zeitpunkt wählen: Die beste Zeit zum Pflanzen oder Umtopfen von Reitgras ist das zeitige Frühjahr oder der frühe Herbst.

2

Boden vorbereiten: Lockere die Erde am Pflanzort tiefgründig auf und mische bei schweren Böden reichlich Sand oder Kies unter.

3

Pflanzloch ausheben: Grabe ein Loch, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der bisherige Wurzelballen der Pflanze.

4

Gras einsetzen: Setze das Reitgras genauso tief ein, wie es zuvor im Topf stand, und fülle den Hohlraum mit Erde auf.

5

Angießen: Tritt die Erde leicht fest und gieße die Pflanze durchdringend an, um Hohlräume im Boden zu schließen.

Reitgras vermehren

1

Bester Zeitpunkt: Führe die Teilung im zeitigen Frühjahr (März/April) durch, kurz bevor der neue Austrieb beginnt.

2

Rückschnitt: Schneide das gesamte Gras auf etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden zurück, um die Handhabung zu erleichtern.

3

Wurzelballen ausgraben: Stich den gesamten Horst mit einem scharfen Spaten großzügig aus der Erde heraus.

4

Horst teilen: Zerteile den Wurzelballen mit dem Spaten oder einem alten Messer in mehrere faustgroße Stücke.

5

Neu pflanzen: Pflanze die Teilstücke an ihren neuen Standorten ein und wässere sie in den ersten Wochen regelmäßig.

Reitgras Detail

Häufige Probleme & Lösungen

ProblemUrsacheLösung
Halme fallen auseinanderZu viel Dünger (Stickstoff) oder zu schattiger Standort.Düngung reduzieren, ggf. an einen sonnigeren Platz umpflanzen.
Rostbraune FleckenBefall mit Rostpilz, oft bei feuchter Witterung.Befallene Blätter entfernen, für bessere Durchlüftung sorgen.
Horst verkahlt innenNatürliche Überalterung der Pflanze nach einigen Jahren.Im Frühjahr ausgraben, teilen und die vitalen Randstücke neu pflanzen.
Keine BlütenbildungStandort ist zu dunkel oder die Pflanze ist noch zu jung.Geduld haben oder die Pflanze in die volle Sonne setzen.
Matschige HalmbasisStaunässe im Boden, oft in Verbindung mit schwerem Lehm.Pflanze ausgraben, Drainage (Sand/Kies) einarbeiten und faulige Wurzeln kappen.
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Giftigkeit

✔️ Unbedenklich

Das Reitgras ist für Mensch und Tier vollkommen ungiftig und kann bedenkenlos in jedem Garten gepflanzt werden. Es enthält keinerlei Toxine, die bei Verzehr oder Berührung gefährlich werden könnten. Allerdings haben Ziergräser oft scharfkantige Blätter, an denen man sich bei unvorsichtiger Handhabung leicht schneiden kann. Es empfiehlt sich daher, beim jährlichen Rückschnitt Gartenhandschuhe zu tragen. Haustiere wie Katzen knabbern gelegentlich an den Halmen, was gesundheitlich unbedenklich ist, jedoch können die scharfen Kanten im Rachenraum Reizungen verursachen.

🐈 Katzen: Unbedenklich
🐕 Hunde: Unbedenklich
👶 Kinder: Unbedenklich (Vorsicht vor scharfen Blattkanten)

Häufige Fragen

Wann und wie schneide ich mein Reitgras am besten zurück?
Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist das zeitige Frühjahr (Ende Februar bis März), kurz bevor die neuen grünen Triebe aus dem Boden spitzen. Schneide alle alten Halme mit einer scharfen Gartenschere auf etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden ab.
Warum sollte ich das Gras nicht schon im Herbst schneiden?
Die alten Halme dienen der Pflanze als natürlicher Winterschutz vor Frost und Nässe. Zudem sehen die mit Raureif überzogenen Rispen im Wintergarten wunderschön aus und bieten Insekten einen Unterschlupf.
Mein Reitgras fällt in der Mitte auseinander, was kann ich tun?
Wenn das Gras mastig wird und umfällt, liegt das meist an zu viel Dünger oder einem zu dunklen Standort. Ist die Mitte des Horstes kahl und vertrocknet, ist die Pflanze überaltert und sollte im Frühjahr geteilt werden.
Kann ich Calamagrostis auch im Kübel auf dem Balkon halten?
Ja, das funktioniert hervorragend. Wähle einen ausreichend großen Topf mit Wasserabzugslöchern und verwende strukturstabile Kübelpflanzenerde. Achte darauf, an heißen Tagen regelmäßig zu gießen, da die Erde im Topf schneller austrocknet.
Wie oft muss ich das Reitgras düngen?
Im Freiland reicht eine einzige Düngergabe im Frühjahr beim Austrieb völlig aus. Verwende am besten eine Handvoll Kompost oder Hornspäne. Eine Überdüngung schadet der Standfestigkeit der Gräser mehr, als sie nützt.
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HT

Hannah Thomas

Pflanzen-Enthusiastin mit 10+ Jahren Erfahrung in der Zimmerpflanzenpflege. Mitbegründerin von Vegan Biss.

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