Zitronella Pflege: Der komplette Guide – Vegan Biss

Zitronella Pflege: Der komplette Guide

Zitronella Pflege: Der komplette Guide

Botanisch: Cymbopogon nardus · Familie: Poaceae

Lesezeit: 8 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 24.05.2026

Zitronella – Hauptbild

Zitronella, botanisch Cymbopogon nardus, ist nicht nur für seinen intensiven, erfrischenden Zitrusduft bekannt, der an lauen Sommerabenden lästige Mücken zuverlässig fernhält, sondern auch eine wunderbar pflegeleichte und dekorative Pflanze für sonnige Standorte. Mit der richtigen Zitronella Pflege verwandelst du deinen Balkon, deine Terrasse oder deinen Garten im Handumdrehen in eine duftende, mediterrane Wohlfühloase, die alle Sinne anspricht. Wir zeigen dir in diesem umfassenden Ratgeber Schritt für Schritt, wie das tropische Süßgras auch in unseren Breitengraden prächtig gedeiht, welche Erde es bevorzugt und wie du es sicher und gesund durch den kalten Winter bringst.

Zitronella Pflege auf einen Blick

Licht:Vollsonnig
💦Gießen:Regelmäßig feucht halten
🌡Temperatur:20-30°C (Überwinterung 10-15°C)
💧Luftfeuchte:Moderat bis hoch (40-60%)
🌍Herkunft:Tropisches Asien
🏾Wuchshöhe:100 – 150 cm
🐶Haustiere:Giftig
🎯Schwierigkeit:Anfänger

Steckbrief & Herkunft

Zitronella (Cymbopogon nardus) stammt ursprünglich aus den feucht-warmen, sonnendurchfluteten Tropenregionen Asiens, insbesondere aus den üppigen Landschaften von Sri Lanka und Indien. Dort wächst das imposante, immergrüne Süßgras in dichten, ausladenden Horsten und erreicht unter idealen Bedingungen nicht selten beeindruckende Wuchshöhen von bis zu zwei Metern. In seiner asiatischen Heimat wird es seit Jahrhunderten hoch geschätzt – nicht nur als attraktive Zierpflanze, sondern vor allem wegen seiner wertvollen, stark duftenden ätherischen Öle, die kommerziell für Parfums und Kosmetika extrahiert werden. Diese Öle, insbesondere die Hauptbestandteile Citronellal und Geraniol, verleihen den schmalen, schilfartigen und leicht rauen Blättern ihren charakteristischen, intensiven Zitronenduft, der sofort verströmt wird, sobald man die Halme leicht zwischen den Fingern zerreibt oder der Wind durch die Pflanze streicht.

Das absolut Besondere an Cymbopogon nardus ist seine faszinierende, natürliche Abwehrfunktion gegen Insekten. Der starke, zitronige Duft maskiert auf natürliche Weise die Lockstoffe, die Stechmücken und andere Plagegeister anziehen, und macht die Pflanze zu einem überaus beliebten, biologischen Mückenschutz auf heimischen Terrassen, Balkonen und in Sitzplatznähe im Garten. Im Gegensatz zu seinem sehr engen Verwandten, dem bekannten Zitronengras (Cymbopogon citratus), wird Zitronella in der Regel jedoch nicht in der Küche zum Kochen oder für Tees verwendet, da die Blätter extrem zäh sind und die ätherischen Öle in einer zu hohen, für den Magen unbekömmlichen Konzentration vorliegen. Stattdessen glänzt diese Art als robuste, schnell wachsende Strukturpflanze im großen Kübel, die mit ihren elegant überhängenden, sattgrünen Halmen an warmen Sommertagen ein herrliches, mediterranes bis geradezu tropisches Flair in dein Zuhause bringt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ursprung im tropischen Asien (Sri Lanka, Indien)
  • Enthält ätherische Öle (Citronellal, Geraniol) gegen Mücken
  • Wächst als dichtes, horstbildendes Süßgras bis 1,5m
  • Nicht für den Verzehr geeignet (im Gegensatz zu Zitronengras)

Der perfekte Standort

Die Wahl des absolut richtigen Standorts ist für eine erfolgreiche Zitronella Pflege von entscheidender Bedeutung, denn das tropische Gras ist ein wahrer Sonnenanbeter und benötigt viel Licht für ein gesundes Wachstum. Cymbopogon nardus verlangt täglich nach mindestens sechs bis acht Stunden direkter Sonneneinstrahlung, um sein volles, buschiges Wachstumspotenzial zu entfalten und die wertvollen, duftenden ätherischen Öle in den langen Blättern in ausreichender Menge zu produzieren. Ein vollsonniger, idealerweise etwas windgeschützter Platz auf einem großzügigen Südbalkon, einer nach Süden ausgerichteten Terrasse oder an einem warmen Platz im Garten ist daher absolut ideal. Da Zitronella in unseren kühleren Breitengraden leider nicht winterhart ist, empfiehlt sich von Beginn an die Kultivierung in einem großen, standsicheren Kübel. So kann die Pflanze die warmen, sonnigen Sommermonate uneingeschränkt im Freien genießen und im Herbst rechtzeitig, noch vor den ersten gefährlichen Nachtfrösten, in ein helles, frostfreies Winterquartier umziehen. Im Haus bevorzugt sie während der Ruhephase in der Überwinterung einen sehr hellen Standort bei kühlen, aber frostfreien Temperaturen von etwa 10 bis 15 Grad Celsius. Hierfür eignet sich beispielsweise ein unbeheizter Wintergarten, ein kühles, lichtdurchflutetes Treppenhaus oder ein helles Schlafzimmerfenster hervorragend.

StandortGeeignet?Hinweis
Südfenster / SüdbalkonIdealBietet die nötige volle Sonne für kräftiges Wachstum und Duftbildung.
Westfenster / WestbalkonSehr gutDie warme Nachmittagssonne wird von der Pflanze hervorragend vertragen.
Ostfenster / OstbalkonAkzeptabelMorgensonne reicht oft aus, das Wachstum fällt jedoch etwas langsamer aus.
Nordfenster / SchattenUngeeignetZu dunkel, die Pflanze vergeilt, wird schwach und bildet kaum Duftstoffe.
Wintergarten (ungeheizt)Ideal (Winter)Perfekt für die frostfreie, helle Überwinterung bei 10 bis 15 Grad Celsius.
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Gießen & Luftfeuchtigkeit

Aufgrund seiner enormen, buschigen Blattmasse und des zwingend erforderlichen vollsonnigen Standorts hat das Zitronella-Gras einen verhältnismäßig hohen Wasserbedarf, der besonders in den heißen, trockenen Sommermonaten nicht unterschätzt werden darf. Die Erde im Topf sollte während der Vegetationsperiode stets leicht bis mäßig feucht, aber unter keinen Umständen klitschnass gehalten werden. Staunässe ist der mit Abstand größte Feind von Cymbopogon nardus; sie führt unweigerlich zu Sauerstoffmangel an den Wurzeln und einer schnell fortschreitenden Wurzelfäule, die die Pflanze absterben lässt. Gieße am besten ausgiebig und durchdringend, sobald die obersten zwei bis drei Zentimeter des Substrats spürbar abgetrocknet sind – mach hierfür einfach die Fingerprobe. An extrem heißen Hochsommertagen kann dies bei Kübelpflanzen auf dem Balkon sogar eine tägliche Wassergabe in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden erfordern. Achte penibel darauf, dass überschüssiges Gießwasser, das sich im Untersetzer oder Übertopf sammelt, nach etwa 15 bis 20 Minuten konsequent abgegossen wird. In der herbstlichen und winterlichen Ruhephase während der Überwinterung im Haus wird das Gießen dann drastisch reduziert; hier reicht es völlig aus, den Wurzelballen nur noch minimal feucht zu halten, um ihn vor dem kompletten, schädlichen Austrocknen zu bewahren.

Richtig gießen

  • Regelmäßig und durchdringend wässern im Sommer
  • Oberste Erdschicht vor dem nächsten Gießen antrocknen lassen
  • Überschüssiges Wasser aus Untersetzern konsequent entfernen
  • Im Winterquartier die Wassergaben deutlich reduzieren

Vermeiden

  • Staunässe im Wurzelbereich tolerieren
  • Die Pflanze an heißen Tagen komplett austrocknen lassen
  • Eiskaltes Leitungswasser verwenden (besser zimmerwarm)
  • Die Blätter in der prallen Mittagssonne von oben überbrausen
Faustregel zum Gießen
  • Hoher Wasserbedarf im Sommer
  • Staunässe zwingend vermeiden
  • Im Winter nur noch spärlich gießen
  • Zimmerwarmes, abgestandenes Wasser bevorzugen

Erde und Dünger

Ein gut durchlässiges, strukturstabiles und nährstoffreiches Substrat bildet die unverzichtbare Grundlage für ein gesundes, kräftiges Zitronella-Gras, das dir den ganzen Sommer über Freude bereitet. Eine hochwertige Kübelpflanzen-, Kräuter- oder mediterrane Pflanzenerde, die zur Verbesserung der Drainagefähigkeit mit etwa 20 bis 30 Prozent Quarzsand, feinem Perlit oder Blähtonbruch angereichert wird, sorgt für den optimalen Wasserabfluss und verhindert die gefürchtete Staunässe im Wurzelbereich. Da Cymbopogon nardus in der intensiven Wachstumsphase vom Frühjahr bis zum Spätsommer sehr schnell an Biomasse zulegt und viele neue Halme bildet, benötigt es eine regelmäßige und ausgewogene Nährstoffzufuhr. Von April bis Ende August solltest du die Pflanze alle zwei bis drei Wochen mit einem hochwertigen, flüssigen Grünpflanzen- oder speziellen Kräuterdünger über das Gießwasser versorgen. Achte dabei auf die Dosierungsempfehlungen des Herstellers. Alternativ und besonders pflegeleicht eignet sich ein organischer Langzeitdünger in Form von Hornspänen, Schafwollpellets oder praktischen Düngestäbchen, der im zeitigen Frühjahr leicht in die oberste Erdschicht eingearbeitet wird und seine Nährstoffe kontinuierlich abgibt. Ab September wird das Düngen dann komplett und konsequent eingestellt, damit die Pflanze ihr schnelles Wachstum verlangsamt, die weichen Triebe ausreifen können und sie sich optimal auf die bevorstehende, kühlere winterliche Ruhephase vorbereiten kann.

Düngerplan nach Jahreszeit

MonatHäufigkeitHinweis
März – April1x im MonatLeichter Start in die Wachstumsphase mit halber Dosierung des Flüssigdüngers.
Mai – JuniAlle 2 WochenHauptwachstumszeit, regelmäßige Flüssigdüngung für kräftige, duftende Halme.
Juli – AugustAlle 2 WochenBeibehaltung der Düngung, um den hohen Nährstoffbedarf im Hochsommer zu decken.
September – OktoberKeine DüngungDüngung einstellen, um die Pflanze langsam auf die Winterruhe vorzubereiten.
November – FebruarKeine DüngungAbsolute Winterruhe, Nährstoffgaben würden die Pflanze jetzt nur belasten.
Zitronella styliert im Wohnraum

Umtopfen Schritt für Schritt

Topfe deine Pflanze alle 2 – 3 Jahre im Frühjahr um, wenn Wurzeln aus dem Topfloch wachsen oder die Erde schnell austrocknet.

1

Richtigen Zeitpunkt wählen: Topfe deine Zitronella am besten im zeitigen Frühjahr (März oder April) um, bevor der neue, kräftige Austrieb beginnt.

2

Größeres Gefäß vorbereiten: Wähle einen Topf, der etwa 3 bis 5 Zentimeter im Durchmesser größer ist und zwingend über ausreichend Abflusslöcher verfügt.

3

Drainageschicht anlegen: Fülle eine Schicht Blähton, Tonscherben oder Kies auf den Topfboden, um gefährliche Staunässe effektiv zu verhindern.

4

Pflanze vorsichtig lösen: Nimm das Gras aus dem alten Topf und lockere den verdichteten Wurzelballen leicht mit den Fingern auf, um das Anwachsen zu erleichtern.

5

Einsetzen und angießen: Setze die Pflanze auf gleicher Höhe wie zuvor ein, fülle mit frischer, durchlässiger Erde auf und gieße sie durchdringend an.

Zitronella vermehren

1

Mutterpflanze austopfen: Nimm die ausgewachsene Zitronella im Frühjahr vorsichtig aus ihrem Kübel und klopfe überschüssige Erde sanft ab.

2

Wurzelballen freilegen: Entwirre die Wurzeln leicht mit den Fingern, damit du die natürliche Struktur des Horstes gut erkennen kannst.

3

Ballen teilen: Zerteile den Wurzelballen mit einem scharfen, desinfizierten Messer oder einem Spaten in zwei bis drei gleich große Teilstücke.

4

Teilstücke einpflanzen: Setze jedes neu gewonnene Teilstück sofort in einen eigenen Topf mit frischer, durchlässiger Kräutererde.

5

Angießen und pflegen: Wässere die neuen Pflanzen gründlich und stelle sie an einen hellen, aber in den ersten Tagen vorerst nicht vollsonnigen Platz.

Zitronella Detail

Häufige Probleme & Lösungen

ProblemUrsacheLösung
Gelbe BlätterZu viel Wasser oder StaunässeGießverhalten prüfen, Drainagelöcher kontrollieren und Pflanze ggf. in trockenere Erde umtopfen.
Trockene, braune BlattspitzenLuftfeuchtigkeit zu niedrig oder zu wenig gegossenRegelmäßiger wässern und die Pflanze an heißen Tagen gelegentlich mit Wasser besprühen.
Blasser Wuchs, kein DuftZu dunkler StandortPflanze sofort an einen vollsonnigen Platz (z.B. Südbalkon) umstellen.
SpinnmilbenTrockene Heizungsluft im WinterquartierPflanze abduschen, Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen und bei starkem Befall Neemöl anwenden.
Schlaff herabhängende HalmeWassermangel oder extremer NährstoffmangelTopfballen in einem Wasserbad vollsaugen lassen und anschließend einen regelmäßigen Düngeplan etablieren.
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Giftigkeit

⚠️ Achtung: Giftig

Obwohl der intensive, zitronige Duft von Zitronella für uns Menschen überaus erfrischend wirkt und wunderbar an Urlaub erinnert, enthält die Pflanze hochkonzentrierte ätherische Öle, die für viele unserer geliebten Haustiere durchaus problematisch sein können. Die natürlichen Verbindungen in den schilfartigen Blättern können bei vermehrtem Verzehr oder starkem Anknabbern zu unangenehmen Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen oder Reizungen der Schleimhäute führen. Daher ist bei der Standortwahl auf dem Balkon oder im Wohnzimmer Vorsicht geboten, wenn neugierige tierische Mitbewohner wie Katzen oder Hunde unbeaufsichtigten Zugang zur Pflanze haben. Stelle den Kübel im Zweifel lieber etwas erhöht oder außer Reichweite auf. Für Menschen, einschließlich Kinder, ist der reine Hautkontakt mit den Blättern völlig unbedenklich und ruft in der Regel keine Reaktionen hervor. Dennoch sind die Blätter aufgrund ihrer extrem zähen, scharfkantigen Struktur und des sehr intensiven, bitteren Ölgehalts absolut nicht für den kulinarischen Verzehr, etwa als Tee oder Gewürz, geeignet und sollten daher nicht verzehrt werden.

🐈 Katzen: Giftig
🐕 Hunde: Giftig
👶 Kinder: Unbedenklich (Verzehr dennoch vermeiden)

Häufige Fragen

Wie überwintere ich meine Zitronella richtig?
Schneide die Pflanze im späten Herbst um etwa ein Drittel zurück und stelle sie an einen hellen, frostfreien Ort bei 10 bis 15 Grad Celsius. Gieße in dieser Zeit nur noch sehr sparsam, sodass der Wurzelballen nicht komplett austrocknet.
Hilft Zitronella wirklich gegen Mücken?
Ja, die ätherischen Öle in den Blättern maskieren menschliche Gerüche und halten Mücken im direkten Umfeld effektiv fern. Der abwehrende Effekt verstärkt sich deutlich, wenn man die Blätter leicht anreibt oder der Wind sie bewegt.
Kann ich Zitronella-Gras essen oder als Tee aufgießen?
Nein, im Gegensatz zum echten Zitronengras (Cymbopogon citratus) ist Zitronella (Cymbopogon nardus) zu faserig und die Öle sind zu konzentriert. Ein Verzehr oder Aufguss kann zu Magenbeschwerden und Übelkeit führen.
Warum werden die Blätter meiner Zitronella gelb?
Meist ist gefährliche Staunässe die Ursache für gelbe Blätter. Überprüfe den Topf sofort auf überschüssiges Wasser im Untersetzer und reduziere die Gießmenge, bis die obere Erdschicht spürbar abgetrocknet ist.
Muss ich meine Zitronella regelmäßig schneiden?
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist während der Saison nicht zwingend erforderlich. Du solltest jedoch vertrocknete, unansehnliche Halme im zeitigen Frühjahr bodennah herausschneiden, um ausreichend Platz für den frischen Austrieb zu schaffen.
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HT

Hannah Thomas

Pflanzen-Enthusiastin mit 10+ Jahren Erfahrung in der Zimmerpflanzenpflege. Mitbegründerin von Vegan Biss.

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