Ruhmeskrone Pflege: Der komplette Guide
Botanisch: Gloriosa · Familie: Colchicaceae
Lesezeit: 8 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 28.05.2026
Die Ruhmeskrone (Gloriosa) ist mit ihren feuerroten, lilienartigen Blüten ein echtes Highlight für jeden Pflanzenliebhaber und bringt tropisches Flair in dein Zuhause. Bei der Ruhmeskrone Pflege kommt es vor allem auf das richtige Timing an, denn diese kletternde Knollenpflanze benötigt eine strikte Ruhephase im Winter. Mit etwas Fingerspitzengefühl und unserem Expertenwissen wirst du jedoch jedes Jahr aufs Neue mit einer atemberaubenden Blütenpracht belohnt.
Ruhmeskrone Pflege auf einen Blick
Steckbrief & Herkunft
Die Ruhmeskrone, botanisch Gloriosa superba genannt, gehört zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae) und stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas und Asiens. In ihrer natürlichen Umgebung wächst sie oft in lichten Wäldern oder Buschlandschaften, wo sie sich an anderen Pflanzen emporrankt. Das Besondere an ihrer Wuchsform ist die Art und Weise, wie sie klettert: Die Pflanze bildet an den Spitzen ihrer lanzettlichen Blätter feine, rankende Fortsätze, mit denen sie sich an Rankhilfen, Gittern oder benachbarten Pflanzen festhält. Aus einem fleischigen, V-förmigen Rhizom (der Knolle) treibt sie im Frühjahr rasant aus und kann innerhalb weniger Monate eine beeindruckende Höhe von bis zu zwei Metern erreichen. Die spektakulären Blüten, die sich im Hochsommer öffnen, erinnern an lodernde Flammen. Die sechs stark gewellten Blütenblätter biegen sich elegant nach hinten und leuchten in einem intensiven Farbverlauf von Gelb an der Basis bis hin zu einem tiefen Karmesinrot an den Spitzen. Aus der Mitte ragen die markanten, waagerecht abstehenden Staubblätter hervor, die der Blüte ihr exotisches Aussehen verleihen.
Ein entscheidender Aspekt im Lebenszyklus der Gloriosa ist ihre ausgeprägte Saisonalität. Als Geophyt zieht sich die Pflanze im Herbst nach der Blüte komplett in ihr unterirdisches Rhizom zurück, um die trockenen und kühleren Monate in einer absoluten Ruhephase zu überdauern. In dieser Zeit sterben alle oberirdischen Pflanzenteile ab. Dieses natürliche Verhalten verunsichert viele Anfänger, ist aber ein völlig normaler und essenzieller Prozess für die Knolle, um im nächsten Jahr wieder genügend Kraft für den Neuaustrieb und die üppige Blütenbildung zu haben. Wer diesen Rhythmus aus Wachstums- und Ruhephase versteht und respektiert, wird an der Ruhmeskrone eine langlebige und faszinierende Begleiterin finden.
- Kletterpflanze mit rankenden Blattspitzen, die eine Kletterhilfe benötigt.
- Spektakuläre, flammenartige Blüten in Rot- und Gelbtönen im Sommer.
- Wächst aus einem V-förmigen Rhizom und zieht sich im Winter komplett zurück.
- Stammt aus den Tropen und benötigt eine klare Trennung von Wachstums- und Ruhephase.
Der perfekte Standort
Der ideale Standort für die Ruhmeskrone ist hell, warm und vor der prallen Mittagssonne geschützt. In den Sommermonaten benötigt die Pflanze viel Licht, um ihre intensive Blütenfärbung auszubilden und kräftig zu wachsen. Ein Platz an einem großen Ost- oder Westfenster ist perfekt, da hier sanftes Morgen- oder Abendlicht die Blätter erreicht, ohne sie zu verbrennen. Da die Gloriosa aus tropischen Gefilden stammt, schätzt sie zudem eine erhöhte Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad Celsius. Zugluft oder kalte Füße durch einen ungeschützten Steinboden mag die Knolle gar nicht. Sobald die Temperaturen im Frühsommer auch nachts konstant über 15 Grad liegen, kann die Ruhmeskrone problemlos auf den Balkon oder die Terrasse umziehen. Hier sollte sie windgeschützt und leicht schattiert stehen, um Hitzestress zu vermeiden. Im Herbst, wenn die Blätter gelb werden und die Pflanze einzieht, ändert sich der Standortanspruch drastisch: Die nackte Knolle im Topf wird dunkel und kühl bei etwa 10 bis 15 Grad Celsius überwintert, beispielsweise in einem unbeheizten Flur oder Keller.
| Standort | Geeignet? | Hinweis |
|---|---|---|
| Ostfenster | Ideal | Bietet mildes Morgenlicht, das die Blütenbildung fördert, ohne die Blätter zu verbrennen. |
| Westfenster | Sehr gut | Warmes Abendlicht ist hervorragend, an sehr heißen Sommertagen eventuell leicht schattieren. |
| Südfenster | Bedingt geeignet | Nur mit Schattierung in der Mittagszeit zu empfehlen, da sonst starke Verbrennungsgefahr droht. |
| Nordfenster | Ungeeignet | Zu dunkel für eine gesunde Entwicklung; die Pflanze vergeilt und bildet keine Blüten. |
| Geschützter Balkon | Ideal (im Sommer) | Ab Juni ein toller Standort, wenn er wind- und regengeschützt sowie halbschattig ist. |
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Finde Pflanzen, die bei dir zuhause gedeihen werden →Gießen & Luftfeuchtigkeit
Das Gießen der Ruhmeskrone erfordert etwas Taktgefühl, da sich der Wasserbedarf im Laufe des Jahres extrem wandelt. Sobald die Knolle im späten Frühjahr (März/April) neu eingetopft wurde und die ersten grünen Spitzen aus der Erde ragen, beginnst du mit vorsichtigen, leichten Wassergaben. Die Erde darf in dieser frühen Phase nur leicht feucht sein, da die Knolle bei zu viel Nässe und noch fehlendem Wurzelwerk schnell faulen kann. Wenn die Pflanze dann im Sommer voll belaubt ist und rasant in die Höhe klettert, steigt ihr Durst enorm an. Nun solltest du die Erde konstant mäßig feucht halten. Gieße durchdringend, aber achte penibel darauf, dass überschüssiges Wasser nach etwa 15 Minuten aus dem Übertopf oder Untersetzer abgegossen wird – Staunässe ist der größte Feind der Gloriosa. Im Spätsommer, meist ab September, beginnt die Pflanze, ihre Nährstoffe aus den Blättern zurück in die Knolle zu verlagern. Die Blätter vergilben nach und nach. In dieser Phase reduzierst du das Gießen schrittweise, bis du es im späten Herbst komplett einstellst. Den gesamten Winter über, während die Knolle in der Erde ruht, wird absolut nicht gegossen. Erst im nächsten Frühjahr beginnt der Kreislauf von vorn.
Richtig gießen
- Während der Hauptwachstumsphase im Sommer die Erde konstant leicht feucht halten.
- Überschüssiges Gießwasser immer nach 15-20 Minuten aus dem Untersetzer entfernen.
- Zimmerwarmes, abgestandenes oder gefiltertes Wasser verwenden.
- Das Gießen im Herbst schrittweise an den Rückzug der Pflanze anpassen und reduzieren.
Vermeiden
- Die ruhende Knolle im Winter gießen – sie benötigt absolute Trockenheit.
- Die Pflanze im Hochsommer komplett austrocknen lassen, dies führt zum Abwurf der Blütenknospen.
- Direkt auf die junge, frisch austreibende Triebspitze gießen (Fäulnisgefahr).
- Kaltes Leitungswasser verwenden, da dies bei der tropischen Pflanze zu einem Kälteschock führt.
- Frühjahr: Sehr sparsam gießen, bis der Austrieb deutlich sichtbar ist.
- Sommer: Regelmäßig und durchdringend wässern, Erde feucht halten.
- Herbst: Wassergaben drastisch reduzieren, sobald die Blätter gelb werden.
- Winter: Gießen komplett einstellen, Knolle absolut trocken überwintern.
Erde und Dünger
Eine hochwertige, gut durchlässige Erde ist für die Ruhmeskrone unerlässlich, um das empfindliche Rhizom vor Fäulnis zu schützen. Eine lockere Zimmerpflanzenerde auf Kompostbasis, angereichert mit etwa einem Drittel Perlit, Bims oder grobem Sand, bietet die perfekte Struktur. Wichtig ist zudem eine Drainageschicht aus Blähton am Boden des Topfes, damit Gießwasser schnell ablaufen kann. Da die Gloriosa in wenigen Monaten enorm viel Biomasse aufbaut und prachtvolle Blüten produziert, hat sie einen hohen Nährstoffbedarf. Sobald der Austrieb im Frühjahr etwa 10 bis 15 Zentimeter erreicht hat, beginnst du mit der Düngung. Ein flüssiger Blühpflanzendünger, der reich an Kalium und Phosphor ist, unterstützt die Blütenbildung optimal. Dieser wird in der Hauptwachstumszeit von Mai bis August wöchentlich oder alle zwei Wochen über das Gießwasser verabreicht. Sobald die Blütezeit endet und der Herbst naht, wird die Düngung komplett eingestellt. Die Pflanze lagert nun die verbleibenden Nährstoffe aus den oberirdischen Teilen in die Knolle ein, um sich auf den Winter vorzubereiten.
Düngerplan nach Jahreszeit
| Monat | Häufigkeit | Hinweis |
|---|---|---|
| März – April | Kein Dünger bis leichter Start | Erst düngen, wenn der Neuaustrieb ca. 10 cm groß ist. Frische Erde enthält meist genug Startnährstoffe. |
| Mai – August | Wöchentlich bis 14-tägig | Flüssigen Blühpflanzendünger ins Gießwasser geben, um das rasante Wachstum und die Blütenbildung zu pushen. |
| September – Oktober | Einstellen | Sobald die Blätter beginnen gelb zu werden, wird nicht mehr gedüngt, um die Ruhephase einzuleiten. |
| November – Februar | Kein Dünger | Die Pflanze befindet sich in der absoluten Winterruhe. Die Knolle ruht trocken in der Erde. |
| Beim Umtopfen | Einmalig (im Frühjahr) | Beim Einsetzen der Knolle in frisches Substrat kann etwas organischer Langzeitdünger untergemischt werden. |
Umtopfen Schritt für Schritt
Topfe deine Pflanze alle 2 – 3 Jahre im Frühjahr um, wenn Wurzeln aus dem Topfloch wachsen oder die Erde schnell austrocknet.
Vorbereitung im zeitigen Frühjahr: Nimm im Februar oder März die überwinterte Knolle vorsichtig aus dem alten, trockenen Substrat.
Knolle kontrollieren: Untersuche das fleischige, V-förmige Rhizom auf weiche oder faule Stellen und entferne diese bei Bedarf mit einem sauberen Messer.
Drainage und Erde vorbereiten: Fülle einen ausreichend großen Topf mit einer Schicht Blähton und darauf einer durchlässigen Mischung aus Blumenerde und Perlit.
Knolle horizontal einsetzen: Lege das V-förmige Rhizom flach und waagerecht auf die Erde, etwa 3 bis 5 Zentimeter tief, und bedecke es locker mit Substrat.
Rankhilfe direkt integrieren: Stecke sofort einen Rundbogen oder ein Spalier mit in den Topf, um die empfindlichen Wurzeln später nicht zu verletzen, und gieße leicht an.
Ruhmeskrone vermehren
Richtiger Zeitpunkt: Die Vermehrung erfolgt am besten im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, kurz bevor die Knolle neu eingetopft wird.
Knolle freilegen: Nimm das Rhizom aus der alten Erde und befreie es vorsichtig von anhaftenden Substratresten.
Rhizom teilen: Größere, V-förmige Knollen können an der Verbindungsstelle vorsichtig mit einem desinfizierten, scharfen Messer in zwei Hälften durchtrennt werden.
Schnittstellen trocknen lassen: Lass die Schnittstellen der geteilten Knollen für ein bis zwei Tage an der Luft antrocknen oder bestäube sie mit etwas Holzkohlepulver, um Fäulnis zu vermeiden.
Getrennt einpflanzen: Pflanze die beiden Knollenteile in separate Töpfe mit frischer, durchlässiger Erde und behandle sie wie erwachsene Pflanzen.
Häufige Probleme & Lösungen
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Gelbe Blätter im Sommer | Meist ein Zeichen für Staunässe oder zu stark verdichtete Erde, was zu Wurzelfäule führt. | Gießverhalten sofort anpassen, überschüssiges Wasser entfernen und ggf. in trockenere Erde umsetzen. |
| Keine Blütenbildung | Oft fehlt es an Licht, Nährstoffen oder die Winterruhe wurde nicht strikt eingehalten. | Standort heller wählen, in der Wachstumsphase regelmäßig düngen und im Winter trocken/kühl lagern. |
| Spinnmilben | Zu geringe Luftfeuchtigkeit im Raum, besonders an heißen Sommertagen. | Pflanze regelmäßig mit kalkfreiem Wasser besprühen und bei starkem Befall abbrausen. |
| Knolle fault im Topf | Die Pflanze wurde während der Winterruhe gegossen oder stand zu kalt und feucht. | Faule Stellen großzügig abschneiden, Schnittstellen mit Holzkohle bestäuben und strikt trocken halten. |
| Blätter vertrocknen rasant | Wassermangel während der Hauptwachstumszeit oder extreme Hitze durch pralle Mittagssonne. | Durchdringend gießen, Pflanze leicht schattieren und die Luftfeuchtigkeit um die Pflanze erhöhen. |
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Finde Pflanzen, die bei dir zuhause gedeihen werden →Giftigkeit
⚠️ Achtung: Giftig
Die Ruhmeskrone gehört zu den gefährlichsten und giftigsten Zierpflanzen, die man im Haus oder Garten pflegen kann. Sie enthält in allen Pflanzenteilen, insbesondere aber im fleischigen Rhizom (der Knolle), extrem hohe Konzentrationen des Alkaloids Colchicin. Dieser Stoff ist ein starkes Zellgift, das die Zellteilung hemmt und bereits in sehr geringen Mengen lebensbedrohlich wirken kann. Symptome einer Vergiftung treten oft erst mit einigen Stunden Verzögerung auf und umfassen starkes Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen, blutigen Durchfall und im schlimmsten Fall Atemlähmung und Herzversagen. Beim Umgang mit der Knolle, insbesondere beim Umtopfen oder Teilen im Frühjahr, sollten unbedingt Handschuhe getragen werden, da der Pflanzensaft Hautreizungen auslösen kann. Nach der Arbeit mit der Pflanze müssen die Hände und alle verwendeten Werkzeuge gründlich gewaschen werden. Aufgrund dieser extremen Toxizität ist bei der Standortwahl höchste Vorsicht geboten.
Häufige Fragen
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