Myrte Pflege: Der komplette Guide – Vegan Biss

Myrte Pflege: Der komplette Guide

Myrte Pflege: Der komplette Guide

Botanisch: Myrtus · Familie: Myrtaceae

Lesezeit: 8 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 10.05.2026

Myrte – Hauptbild

Die Myrte (Myrtus communis) bringt mit ihren kleinen, glänzenden Blättern und den duftenden weißen Blüten ein Stück mediterranes Flair direkt zu Ihnen nach Hause. In der Pflege verlangt sie etwas Fingerspitzengefühl, besonders was die gleichmäßige Feuchtigkeit und das kühle Überwintern angeht. Wer ihre Bedürfnisse versteht, wird jedoch mit einer langlebigen, robusten und wunderschönen Pflanze belohnt, die über viele Jahre hinweg Freude bereitet.

Myrte Pflege auf einen Blick

Licht:Hell bis sonnig
💦Gießen:Gleichmäßig feucht halten
🌡Temperatur:Sommer 15-22°C, Winter 5-10°C
💧Luftfeuchte:50-60%
🌍Herkunft:Mittelmeerraum
🏾Wuchshöhe:50-100 cm (im Topf)
🐶Haustiere:Unbedenklich
🎯Schwierigkeit:Fortgeschritten

Steckbrief & Herkunft

Die Brautmyrte (Myrtus communis) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, den Kanarischen Inseln und Nordafrika. Dort wächst sie als immergrüner, reich verzweigter Strauch, der in der freien Natur Wuchshöhen von bis zu fünf Metern erreichen kann. In der antiken Mythologie war die Myrte der Liebesgöttin Aphrodite geweiht und gilt bis heute als Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit und Reinheit, weshalb sie traditionell oft in Hochzeitssträußen und -kränzen verwendet wird. Sie besticht durch ihre kleinen, eiförmigen und ledrigen Blätter, die beim Zerreiben einen intensiven, aromatischen Duft verströmen. Dieser Duft rührt von den reichlich enthaltenen ätherischen Ölen her, die der Pflanze auch ihren charakteristischen, würzigen Charakter verleihen.

Besonders reizvoll präsentiert sich die Pflanze in den Sommermonaten von Juni bis August, wenn sie unzählige kleine, weiße bis cremefarbene Blüten mit auffällig langen, filigranen Staubblättern hervorbringt. Aus diesen sternförmigen Blüten entwickeln sich im Herbst blauschwarze, erbsengroße Beeren, die in den südlichen Herkunftsländern sogar als Gewürz oder zur Likörherstellung genutzt werden. In unseren Breitengraden wird die Myrte in der Regel als Kübel- oder Zimmerpflanze kultiviert. Da sie nicht vollständig winterhart ist, verbringt sie den Sommer gerne im Freien, muss die kalte Jahreszeit jedoch an einem kühlen, hellen Ort im Haus verbringen. Mit der richtigen Pflege und einem regelmäßigen Schnitt lässt sie sich hervorragend als dichter Busch, Hochstämmchen oder sogar als Bonsai erziehen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Immergrüner, mediterraner Strauch mit hoher Schnittverträglichkeit
  • Aromatisch duftende Blätter durch einen hohen Anteil ätherischer Öle
  • Weiße, sternförmige Blüten im Sommer, gefolgt von dunklen Beeren
  • Kühle und helle Überwinterung ist zwingend erforderlich für die Blütenbildung

Der perfekte Standort

Ein heller, luftiger und mäßig warmer Standort ist für die Myrte essenziell, damit sie dicht wächst, gesund bleibt und reichlich blüht. Im Haus bevorzugt sie einen Platz an einem großen Fenster, an dem sie viel Licht, aber keine brütende Mittagshitze abbekommt. Pralle Sonne hinter Glas kann im Hochsommer schnell zu Verbrennungen an den feinen Blättern führen. Sobald im Frühjahr keine Nachtfröste mehr drohen (etwa ab Mitte Mai), freut sich die Myrte über einen Platz im Freien auf dem Balkon oder der Terrasse. Die frische Luft und die natürlichen Temperaturschwankungen stärken die Pflanze enorm. Gewöhnen Sie sie jedoch langsam an die direkte Sonne, um Sonnenbrand zu vermeiden. Sobald die Temperaturen im späten Herbst dauerhaft unter 5 Grad Celsius fallen, muss die Myrte zwingend in ein kühles, helles Winterquartier umziehen. Ein unbeheiztes Treppenhaus, ein kühler Wintergarten oder ein kühles Schlafzimmer mit Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius sind ideal. Warme Heizungsluft im Winter verträgt sie absolut nicht; sie reagiert darauf unweigerlich mit starkem Blattabfall und wird anfällig für Schädlinge.

StandortGeeignet?Hinweis
OstfensterIdealBietet sanfte Morgensonne und viel Helligkeit ohne die Gefahr von Blattverbrennungen.
SüdfensterGut (im Winter)Im Sommer ist hier zwingend eine Schattierung zur Mittagszeit nötig, im Winter jedoch perfekt.
WestfensterGutDie Nachmittagssonne wird meist gut vertragen, auf ausreichende Belüftung achten.
NordfensterUngeeignetBietet zu wenig Licht für ein gesundes, kompaktes Wachstum und verhindert die Blütenbildung.
Balkon / Terrasse (Sommer)IdealFrische Luft stärkt die Pflanze erheblich. Leichter Schatten zur Mittagszeit ist empfehlenswert.
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Gießen & Luftfeuchtigkeit

Das Gießen stellt die größte Herausforderung bei der Pflege der Myrte dar, denn sie verzeiht weder langanhaltende Trockenheit noch Staunässe. Ihr feines, dichtes Wurzelsystem reagiert äußerst empfindlich auf Schwankungen im Wasserhaushalt. Der Wurzelballen muss konstant leicht feucht gehalten werden. Lassen Sie lediglich die oberste Erdschicht (etwa ein bis zwei Zentimeter) antrocknen, bevor Sie erneut zur Gießkanne greifen. Wenn der Ballen einmal komplett austrocknet, wirft die Myrte oft innerhalb weniger Tage ihre Blätter ab. Sollte dies doch einmal passieren, tauchen Sie den gesamten Topf so lange in zimmerwarmes Wasser, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen, und lassen ihn danach gut abtropfen. Genauso gefährlich ist jedoch Staunässe, die unweigerlich zu Wurzelfäule führt. Überschüssiges Wasser im Untersetzer oder Übertopf muss daher spätestens nach 15 Minuten konsequent entfernt werden. Verwenden Sie zum Gießen ausschließlich kalkarmes Wasser, idealerweise weiches Regenwasser oder gut abgestandenes, gefiltertes Leitungswasser. Die Myrte reagiert auf zu viel Kalk im Boden empfindlich und entwickelt dann schnell gelbe Blätter (Chlorose). Im kühlen Winterquartier wird die Gießmenge deutlich reduziert, der Ballen darf aber auch dann niemals ganz austrocknen.

Richtig gießen

  • Regenwasser oder gut abgestandenes, kalkarmes Wasser verwenden
  • Erde vor dem nächsten Gießen oberflächlich leicht antrocknen lassen
  • Überschüssiges Wasser sofort aus dem Untersetzer oder Übertopf entfernen
  • Im Winter die Gießmenge an die kühlen Temperaturen anpassen, aber nicht austrocknen lassen

Vermeiden

  • Den Wurzelballen komplett austrocknen lassen (führt zu sofortigem Blattabwurf)
  • Die Pflanze im Gießwasser stehen lassen (Staunässe verursacht Wurzelfäule)
  • Sehr hartes, kalkhaltiges Leitungswasser über einen längeren Zeitraum verwenden
  • Im Winter bei kühlem Stand normal weitergießen wie im Sommer
Faustregel zum Gießen
  • Gleichmäßige Erdfeuchtigkeit ist das absolute A und O der Myrte-Pflege
  • Ausschließlich kalkarmes Wasser (Regenwasser) bevorzugen
  • Staunässe durch gute Drainage und richtiges Gießverhalten unbedingt vermeiden
  • Die Gießintervalle im kühlen Winterquartier deutlich verlängern

Erde und Dünger

Die Myrte bevorzugt ein leicht saures, lockeres, humoses und nährstoffreiches Substrat. Ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 ist optimal, damit die Pflanze alle Nährstoffe, insbesondere Eisen, gut aufnehmen kann. Eine hochwertige Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis, die mit etwa einem Drittel Sand, feinem Blähton oder Perlit gemischt wird, sorgt für die notwendige Durchlässigkeit und schützt vor Staunässe. Alternativ eignet sich auch Rhododendronerde, die mit normaler Blumenerde gestreckt wird, um den leicht sauren Charakter zu gewährleisten. Gedüngt wird die Myrte während der Hauptwachstumsphase von März bis Ende August regelmäßig. Verwenden Sie am besten einen flüssigen Kübelpflanzen- oder Grünpflanzendünger, den Sie alle zwei Wochen dem Gießwasser beimischen. Achten Sie darauf, den Dünger nicht auf den trockenen Wurzelballen zu gießen, um die empfindlichen Feinwurzeln nicht zu verbrennen. Ab September wird das Düngen reduziert und schließlich komplett eingestellt, damit die weichen Triebe vor der Winterruhe ausreifen und aushärten können.

Düngerplan nach Jahreszeit

MonatHäufigkeitHinweis
März – MaiAlle 2 WochenFlüssigdünger für Kübelpflanzen oder Rhododendren ins Gießwasser geben, um den Austrieb zu fördern.
Juni – AugustAlle 2 WochenDüngung konsequent fortsetzen, um die Blütenbildung und das Blattwachstum zu unterstützen.
SeptemberEinmaligDüngergabe reduzieren. Das Wachstum soll sich vor dem Winter langsam verringern.
Oktober – FebruarKeine DüngungIn der kühlen Ruhephase darf nicht gedüngt werden, da die Pflanze die Nährstoffe nicht verarbeiten kann.
Nach dem Umtopfen6 bis 8 Wochen pausierenDie frische Erde enthält bereits ausreichend Nährstoffe (Vorratsdüngung), zusätzlicher Dünger würde schaden.
Myrte styliert im Wohnraum

Umtopfen Schritt für Schritt

Topfe deine Pflanze alle 2 – 3 Jahre im Frühjahr um, wenn Wurzeln aus dem Topfloch wachsen oder die Erde schnell austrocknet.

1

Den richtigen Zeitpunkt wählen: Topfen Sie junge Myrten alle ein bis zwei Jahre im zeitigen Frühjahr (März oder April) um, ältere Exemplare benötigen nur noch alle drei bis vier Jahre frische Erde.

2

Neuen Topf vorbereiten: Wählen Sie ein Gefäß, das maximal zwei bis drei Zentimeter größer ist als das alte, und legen Sie eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies auf dem Boden an.

3

Pflanze vorsichtig austopfen: Lösen Sie die Myrte behutsam aus dem alten Topf und schütteln Sie lose, alte Erde vorsichtig ab, ohne die feinen Haarwurzeln zu beschädigen.

4

Wurzelkontrolle durchführen: Untersuchen Sie den Wurzelballen und schneiden Sie vertrocknete, verfilzte oder faule Wurzelteile mit einer scharfen, desinfizierten Schere ab.

5

Einsetzen und angießen: Setzen Sie die Pflanze mittig ein, füllen Sie die Hohlräume mit leicht saurer, durchlässiger Erde auf, drücken Sie diese leicht an und gießen Sie durchdringend mit kalkarmem Wasser.

Myrte vermehren

1

Stecklinge schneiden: Schneiden Sie im Frühsommer (etwa Juni) 10 bis 15 Zentimeter lange, leicht verholzte Triebspitzen ohne Knospen oder Blüten ab.

2

Blätter im unteren Bereich entfernen: Streifen Sie die Blätter in der unteren Hälfte des Stecklings vorsichtig ab, damit diese später in der Erde nicht faulen.

3

In Anzuchterde stecken: Stecken Sie die vorbereiteten Triebe zu einem Drittel in kleine Töpfe, die mit einer Mischung aus magerer Anzuchterde und Sand gefüllt sind.

4

Für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen: Gießen Sie die Erde leicht an und stülpen Sie eine transparente Plastiktüte über den Topf, um ein feuchtwarmes Mikroklima (Zimmergewächshaus) zu erzeugen.

5

Bewurzelung abwarten: Stellen Sie den Topf an einen hellen, warmen Ort (ca. 20°C) ohne direkte Sonneneinstrahlung; nach etwa sechs bis acht Wochen haben sich ausreichend Wurzeln gebildet.

Myrte Detail

Häufige Probleme & Lösungen

ProblemUrsacheLösung
Blattabwurf (grüne Blätter)Ballentrockenheit, extremer Lichtmangel oder zu warmer Stand im Winter.Erdfeuchte prüfen. Bei Trockenheit Pflanze tauchen, bis keine Blasen aufsteigen. Standort heller und kühler wählen.
Trockene, braune BlätterZu niedrige Luftfeuchtigkeit, oft bedingt durch warme Heizungsluft.Pflanze regelmäßig mit kalkarmem Wasser besprühen, kühleren Standort abseits von Heizkörpern wählen.
Gelbe Blätter (Chlorose)Zu kalkhaltiges Gießwasser blockiert die Eisenaufnahme, Nährstoffmangel.Konsequent auf Regenwasser umsteigen, Erde austauschen oder einen speziellen Eisendünger verabreichen.
SpinnmilbenTrockene, warme Luft im Winterquartier schwächt die Pflanze.Luftfeuchtigkeit deutlich erhöhen, Pflanze gründlich abduschen, bei starkem Befall Raubmilben einsetzen.
SchildläuseGeschwächte Pflanze durch ungünstigen, meist zu warmen Winterstandort.Schädlinge mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen abwischen, Niemöl anwenden, Standort korrigieren.
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Giftigkeit

✔️ Unbedenklich

Die Myrte (Myrtus communis) gilt als ungiftig und ist somit eine sehr sichere und empfehlenswerte Wahl für Haushalte mit Haustieren oder kleinen Kindern. Die in den Blättern reichlich enthaltenen ätherischen Öle können bei übermäßigem Verzehr zwar zu leichten Magenverstimmungen führen, ernsthafte Vergiftungserscheinungen sind jedoch nicht bekannt. Im Gegenteil: Die dunkelblauen Beeren, die sich aus den Blüten entwickeln, sind sogar essbar und werden in der mediterranen Küche traditionell als Gewürz für Fleischgerichte oder zur Herstellung des Likörs ‘Mirto’ verwendet. Auch die Blüten sind essbar und eignen sich hervorragend als dekorative Beigabe in Salaten.

🐈 Katzen: Unbedenklich
🐕 Hunde: Unbedenklich
👶 Kinder: Unbedenklich (Der Verzehr sehr großer Mengen roher Blätter kann jedoch leichte Übelkeit auslösen)

Häufige Fragen

Warum verliert meine Myrte plötzlich so viele Blätter?
Meist liegt es an einem ausgetrockneten Wurzelballen oder einem zu warmen Standort im Winter. Prüfen Sie die Erdfeuchtigkeit und tauchen Sie den Topf in Wasser, falls die Erde komplett trocken ist.
Muss und darf ich meine Myrte schneiden?
Ja, ein regelmäßiger Rückschnitt im zeitigen Frühjahr fördert einen buschigen, kompakten Wuchs und eine reiche Blüte im Sommer. Die Myrte ist extrem schnittverträglich und verzeiht auch radikale Rückschnitte.
Wie überwintere ich die Myrte richtig?
Die Myrte benötigt ein kühles (5 bis 10°C) und sehr helles Winterquartier, zum Beispiel ein unbeheiztes Treppenhaus oder einen frostfreien Wintergarten. Gießen Sie in dieser Zeit nur so viel, dass der Ballen nicht austrocknet.
Warum blüht meine Myrte einfach nicht?
Fehlende Blüten sind oft auf einen zu dunklen Standort, eine zu warme Überwinterung (fehlende Ruhephase) oder einen zu späten Rückschnitt zurückzuführen, bei dem die bereits angelegten Blütenknospen versehentlich entfernt wurden.
Kann die Myrte das ganze Jahr über draußen bleiben?
Nein, in Deutschland ist die Myrte nicht ausreichend winterhart. Sie verträgt zwar kurzzeitig leichte Fröste bis etwa -5°C, muss aber bei dauerhaftem Frost oder strengeren Minustemperaturen zwingend ins Haus geholt werden.
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HT

Hannah Thomas

Pflanzen-Enthusiastin mit 10+ Jahren Erfahrung in der Zimmerpflanzenpflege. Mitbegründerin von Vegan Biss.

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