Erbsenpflanze Pflege: Der komplette Guide für Lathyrus
Botanisch: Lathyrus · Familie: Fabaceae
Lesezeit: 8 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 24.04.2026
Die Erbsenpflanze, botanisch als Lathyrus bekannt und oft liebevoll Duftwicke oder Platterbse genannt, verzaubert jeden Garten und Balkon mit ihren farbenfrohen, zart duftenden Schmetterlingsblüten. Obwohl sie als pflegeleicht gilt, belohnt sie eine aufmerksame Pflege mit einer unermüdlichen Blütenpracht von Juni bis tief in den Herbst hinein. Mit der richtigen Balance aus viel Sonnenlicht, ausreichend Wasser und einer passenden Rankhilfe wird dieser charmante, nostalgische Kletterer zum absoluten Highlight deines grünen Reichs und zieht zudem unzählige nützliche Insekten an.
Erbsenpflanze Pflege auf einen Blick
Steckbrief & Herkunft
Die Gattung Lathyrus, zu der die allseits beliebte einjährige Duftwicke (Lathyrus odoratus) sowie die ausdauernde, mehrjährige Staudenwicke (Lathyrus latifolius) gehören, stammt ursprünglich aus dem sonnigen Mittelmeerraum und Teilen Süditaliens. Bereits im späten 17. Jahrhundert trat diese faszinierende Kletterpflanze ihren Siegeszug durch die europäischen Bauerngärten an, wo sie vor allem wegen ihres betörenden Duftes geschätzt wurde. Ihre Zugehörigkeit zur großen Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) macht sie nicht nur zu einer optischen Bereicherung. Durch eine faszinierende Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien (Rhizobien) an ihren Wurzeln ist sie in der Lage, elementaren Stickstoff aus der Luft zu binden und im Boden anzureichern, was die Erde auf natürliche Weise verbessert und umgebenden Pflanzen zugutekommt.
Das absolute Markenzeichen der Erbsenpflanze sind ihre filigranen, oft intensiv duftenden Schmetterlingsblüten, die in einem breiten Farbspektrum von reinem Weiß über zartes Rosa, leuchtendes Rot bis hin zu tiefem Violett und fast schwarzen Tönen leuchten. Als rankende Pflanze bildet sie feine, korkenzieherartige Ranken an den Blattenden aus, mit denen sie sich an Zäunen, Gittern, Sträuchern oder Obelisken emporzieht. Eine entscheidende Besonderheit bei der Kultivierung ist der sogenannte ‘Sweet Pea Cut’: Je mehr Blüten man für die heimische Vase schneidet oder verblühte Stände konsequent ausknipst, desto unermüdlicher produziert die Pflanze neue Knospen. Durch diesen Trick wird sie nämlich an der kräftezehrenden Samenbildung gehindert und steckt ihre gesamte Energie in den neuen Blütenaustrieb.
- Stammt ursprünglich aus dem warmen Mittelmeerraum.
- Gehört zu den Hülsenfrüchtlern und bindet natürlichen Stickstoff im Boden.
- Klettert mithilfe feiner Ranken an Gerüsten bis zu 2,5 Meter hoch.
- Regelmäßiger Schnitt (Deadheading) fördert eine kontinuierliche Blütenbildung.
Der perfekte Standort
Ein idealer Standort ist das absolute Fundament für eine gesunde und extrem blühfreudige Erbsenpflanze. Lathyrus liebt das Licht und benötigt einen vollsonnigen bis maximal halbschattigen Platz, um ihre volle Blütenpracht über Monate hinweg zu entfalten. Mindestens sechs Stunden direkte, ungefilterte Sonneneinstrahlung pro Tag sind empfehlenswert. Gleichzeitig schätzt die Pflanze – ganz ähnlich wie Waldreben (Clematis) – einen kühlen Fuß. Es ist daher äußerst ratsam, den sensiblen Wurzelbereich durch eine Mulchschicht aus Rindenkompost oder durch niedrige Vorpflanzungen vor der direkten, prallen Mittagssonne zu schützen. So trocknet die Erde nicht zu schnell aus und überhitzt nicht. Eine gute Luftzirkulation am Standort ist ebenfalls immens wichtig, um lästigen Pilzkrankheiten wie dem Echten Mehltau vorzubeugen. Jedoch sollte der Platz vor starkem, kaltem Wind geschützt sein, der die zarten, hohlen Triebe knicken könnte. Da die Erbsenpflanze hoch hinaus will, muss von Anfang an eine geeignete, feingliedrige Rankhilfe wie ein Spalier, ein Maschendrahtzaun oder aufgespannte Juteschnüre zur Verfügung stehen.
| Standort | Geeignet? | Hinweis |
|---|---|---|
| Südbalkon / Südwand | Ideal | Benötigt hier besonders viel Wasser und zwingend eine Beschattung des Wurzelbereichs. |
| Ost- oder Westseite | Sehr gut | Die milde Morgen- oder Abendsonne ist optimal und schützt vor extremer Mittagshitze. |
| Nordseite | Ungeeignet | Viel zu dunkel. Die Pflanze vergeilt, bildet lange schwache Triebe und blüht kaum. |
| Freiland (Beetmitte) | Gut | Ein freistehender Rankobelisk ist erforderlich, auf ausreichenden Windschutz achten. |
| Gewächshaus | Bedingt | Hervorragend für die frühe Anzucht, im Sommer jedoch oft zu heiß und zu schlechte Belüftung. |
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Finde Pflanzen, die bei dir zuhause gedeihen werden →Gießen & Luftfeuchtigkeit
Beim Gießen der Erbsenpflanze ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn sie hat durch ihre große Blattmasse einen enorm hohen Wasserbedarf, reagiert aber gleichzeitig sehr empfindlich auf stehende Nässe im Wurzelbereich. Besonders in der rasanten Hauptwachstumsphase und während der Blütezeit an warmen Sommertagen verdunstet die Pflanze reichlich Feuchtigkeit. Die Erde sollte daher konstant leicht feucht, aber niemals klitschnass gehalten werden. Ein Austrocknen des Wurzelballens bedeutet puren Stress für Lathyrus; dies führt unweigerlich zum sofortigen Abwurf der noch geschlossenen Blütenknospen und lässt das Laub von unten her unschön vergilben. Gieße am besten in den frühen Morgenstunden mit zimmerwarmem Wasser direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter schnell abtrocknen können oder gar nicht erst nass werden. Das minimiert das Risiko von Pilzinfektionen wie Mehltau erheblich. An extrem heißen Tagen im Hochsommer kann es durchaus nötig sein, morgens und abends zur Gießkanne zu greifen. Dies gilt insbesondere, wenn die Pflanze im Kübel auf dem Balkon kultiviert wird, da das Substrat dort um ein Vielfaches schneller austrocknet als im tiefgründigen Freilandbeet.
Richtig gießen
- Regelmäßig gießen und die Erde konstant leicht feucht halten.
- Direkt an die Wurzeln gießen, um das Laub trocken zu lassen.
- In den frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden wässern.
- Bei Kübelhaltung an heißen Sommertagen zweimal täglich kontrollieren.
Vermeiden
- Staunässe unbedingt vermeiden, da dies rasch zu Wurzelfäule führt.
- Nicht über das Laub gießen (erhöht die Gefahr von Pilzinfektionen).
- Den Wurzelballen niemals komplett austrocknen lassen.
- Kein eiskaltes Leitungswasser bei starker Mittagshitze verwenden.
- Sehr hoher Wasserbedarf während der Wachstums- und Blütezeit.
- Gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit ohne Staunässe ist essenziell für die Blüte.
- Trockenstress führt unweigerlich zum Abwurf der Blütenknospen.
- Morgendliches Gießen an der Pflanzenbasis ist die beste Prävention gegen Mehltau.
Erde und Dünger
Die Erbsenpflanze (Lathyrus) ist ein sogenannter Starkzehrer und benötigt für ihr rasantes Höhenwachstum und die reiche Blütenbildung ein nährstoffreiches, tiefgründiges und gut durchlässiges Substrat. Eine hochwertige, strukturstabile Blumenerde, die idealerweise mit reichlich reifem Gartenkompost und etwas Hornspänen aufgewertet wird, bietet die besten Startbedingungen. Da Lathyrus tiefe Pfahlwurzeln bildet, sollte der Boden tiefgründig gelockert sein; schwere, verdichtete Lehmböden müssen unbedingt mit grobem Sand oder feinem Kies aufgelockert werden. Was die Düngung betrifft, so profitiert die Pflanze von einer regelmäßigen Nährstoffzufuhr, jedoch mit einer wichtigen Besonderheit: Da sie als Leguminose mithilfe von Knöllchenbakterien selbst Stickstoff aus der Umgebungsluft bindet, darf der Dünger nicht zu stickstofflastig sein. Zu viel Stickstoff führt zu einer wuchernden Blattmasse zulasten der Blüten. Der Dünger sollte stattdessen kalium- und phosphorbetont sein. Ein spezieller Blühpflanzendünger oder handelsüblicher Tomatendünger ist perfekt geeignet, um die Blütenpracht zu fördern und die Zellwände zu stärken. Im Kübel empfiehlt sich eine flüssige Nachdüngung alle ein bis zwei Wochen über das Gießwasser.
Düngerplan nach Jahreszeit
| Monat | Häufigkeit | Hinweis |
|---|---|---|
| März – April | Einmalig | Zur Bodenvorbereitung reichlich Kompost und Hornspäne tief in den Boden einarbeiten. |
| Mai – Juni | Alle 2 Wochen | Flüssigen Blühpflanzendünger ins Gießwasser geben (bei Kübelkultur) oder organisch nachdüngen. |
| Juli – August | Alle 1-2 Wochen | Kaliumbetonten Dünger (z.B. Tomatendünger) verwenden, um die Blütezeit maximal zu verlängern. |
| September | Einmalig | Düngergaben langsam reduzieren, da die Saison sich dem Ende neigt. |
| Oktober – Februar | Keine | Die einjährigen Arten sterben ab, bei mehrjährigen ruht die Pflanze. Keine Düngung nötig. |
Umtopfen Schritt für Schritt
Topfe deine Pflanze alle 2 – 3 Jahre im Frühjahr um, wenn Wurzeln aus dem Topfloch wachsen oder die Erde schnell austrocknet.
Gefäß vorbereiten: Wähle einen tiefen Topf (mindestens 30 cm) mit großen Abflusslöchern und lege eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben an.
Erde einfüllen: Fülle das Gefäß zu zwei Dritteln mit einer lockeren Mischung aus hochwertiger Kübelpflanzenerde, etwas Sand und reifem Kompost.
Rankhilfe platzieren: Stecke das Spalier oder die Bambusstäbe fest in die Erde, bevor du die Pflanze einsetzt, um die empfindlichen Wurzeln später nicht zu durchtrennen.
Pflanze einsetzen: Setze die vorgezogenen Lathyrus-Setzlinge vorsichtig ein, fülle die Ränder mit Erde auf und drücke diese nur leicht an.
Angießen und mulchen: Gieße die Pflanzen durchdringend an und verteile eine dünne Schicht Mulch auf der Oberfläche, um die Wurzeln an heißen Tagen kühl zu halten.
Erbsenpflanze vermehren
Samen vorbereiten: Raue die harte Schale der Lathyrus-Samen leicht mit feinem Sandpapier an und weiche sie über Nacht in lauwarmem Wasser ein, um die Keimung zu beschleunigen.
Aussaatgefäße füllen: Fülle tiefe Anzuchttöpfe (sogenannte Root-Trainer sind ideal für die tiefen Wurzeln) mit nährstoffarmer, lockerer Aussaaterde.
Samen einsetzen: Lege pro Topf ein bis zwei Samen etwa 2 bis 3 Zentimeter tief in die Erde, bedecke sie vollständig und drücke die Erde leicht an.
Keimung abwarten: Stelle die Töpfe an einen hellen, aber kühlen Ort (ca. 12 bis 15 Grad Celsius) und halte die Erde mit einer Sprühflasche gleichmäßig feucht.
Spitzen pinzieren: Sobald die Jungpflanzen etwa 10 Zentimeter hoch sind und drei Blattpaare gebildet haben, knipse die oberste Spitze ab, um eine buschige Verzweigung zu erzwingen.
Häufige Probleme & Lösungen
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Keine Blütenbildung | Zu viel Stickstoffdünger oder ein zu schattiger Standort. | Pflanze sonniger stellen und sofort auf einen kaliumbetonten Dünger umsteigen. |
| Weißer Belag auf Blättern | Echter Mehltau, oft ausgelöst durch Trockenstress an den Wurzeln. | Befallene Blätter entfernen, Pflanze durchdringend wässern, ggf. mit Netzschwefel behandeln. |
| Gelbe Blätter unten | Wassermangel; die Pflanze zieht Nährstoffe aus alten Blättern ab. | Gießverhalten sofort anpassen und die Erde tiefgründig feucht halten. |
| Knospen fallen ungeöffnet ab | Extreme Hitze, plötzliche Trockenheit oder starke Temperaturschwankungen. | Für ausreichende, gleichmäßige Bewässerung und eine leichte Fußbeschattung sorgen. |
| Verkrüppelte Triebe | Starker Befall durch Blattläuse an den weichen Triebspitzen. | Läuse mit einem harten Wasserstrahl abspülen oder mit einer milden Schmierseifenlösung besprühen. |
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Finde Pflanzen, die bei dir zuhause gedeihen werden →Giftigkeit
⚠️ Achtung: Giftig
Obwohl die Erbsenpflanze (Lathyrus) eng mit unseren essbaren Gartenerbsen (Pisum sativum) verwandt ist und optisch ähnliche Schoten bildet, ist hier höchste Vorsicht geboten: Alle Pflanzenteile der Wicke, insbesondere aber die Samen und unreifen Schoten, sind giftig. Sie enthalten schädliche Aminosäuren (sogenannte Lathyrogene), die bei Verzehr in größeren Mengen zum sogenannten Lathyrismus führen können. Dies ist eine ernsthafte, irreversible Erkrankung des Nervensystems, die Lähmungserscheinungen hervorrufen kann. Daher hat die Pflanze auf dem Speiseplan absolut nichts verloren. Beim Schneiden der Blüten für die Vase oder beim Ausputzen der verblühten Schoten empfiehlt es sich für empfindliche Personen, Gartenhandschuhe zu tragen, um eventuelle Hautreizungen durch den Pflanzensaft zu vermeiden. Achte beim Kultivieren im Garten oder auf dem Balkon unbedingt darauf, dass herabfallende, reife Schoten im Spätsommer regelmäßig aufgesammelt werden, bevor Haustiere oder kleine Kinder sie aus Neugierde in den Mund nehmen können.
Häufige Fragen
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